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Rohstoffe und Devisen:Einigung treibt Ölpreis nach oben

Nach zähem Ringen einigt sich der Ölverband Opec+ auf neue Fördermengen. Auch die Preise für einige Industriemetalle ziehen wieder an.

Die Ölpreise haben am Freitag mit Aufschlägen auf die Einigung des Ölverbunds Opec+ vom Vorabend reagiert. So kostete die Rohölsorte Brent aus der Nordsee zeitweise mit knapp 50 Dollar pro Fass zweieinhalb Prozent mehr. Dem Verbund war es nach tagelangen Unstimmigkeiten gelungen, sich auf eine kurzfristige Förderpolitik zu einigen. Am Donnerstag hatten die 23 in der Opec+ verbündeten Länder eine Förderstrategie für das neue Jahr vereinbart. Die Einigung sieht vor, dass von Januar an 500 000 Barrel Rohöl mehr je Tag fließen sollen. Monatlich soll das weitere Vorgehen geprüft werden. Damit weicht die Opec+ von einem früheren Beschluss ab, der eine Anhebung um knapp zwei Millionen Barrel je Tag vorsah.

Hintergrund der neuen Regelung ist die ungewisse Aussicht über den Fortgang der Corona-Pandemie. In der Hoffnung auf neue staatliche Konjunkturhilfen in den USA deckten sich die Anleger erneut mit Kupfer ein. Der Preis für das wichtige Industriemetall stieg um 1,3 Prozent auf 7774 Dollar je Tonne, den höchsten Stand seit knapp acht Jahren. Zuletzt hatte es Bewegung im Streit um ein Hilfspaket gegeben. Dessen Volumen soll 908 Milliarden Dollar betragen. Auch die Notierungen für Eisenerz zogen deutlich an. Eine robuste Nachfrage aus China und die Furcht vor Angebotsengpässen hoben den Preis für den für die Stahlerzeugung wichtigen Rohstoff auf ein Rekordhoch. Der brasilianische Minenkonzern Vale hatte unter anderem wegen widrigen Wetters und Instandhaltungsarbeiten Eisenerz-Förderziele unter Markterwartungen veröffentlicht. Am Devisenmarkt profitierte das britische Pfund von der Hoffnung auf eine Einigung zwischen der Europäischen Union und Großbritannien auf eine Handelsvereinbarung und verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 1,1112 Euro. Ein EU-Vertreter sagte, eine Vereinbarung werde am Wochenende erwartet.

© SZ vom 05.12.2020 / SZ, Reuters, dpa
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