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Rohstoffe und Devisen:Corona-Sorgen drücken Ölpreis

Die wieder steigenden Corona-Neuinfektionen in China bereiten Anleger am Ölmarkt Sorgen. Ein stärkerer Dollar setzt den Euro weiterhin unter Druck.

Öl-Anlegern hat am Freitag das Wiederaufflammen der Pandemie in China Kopfschmerzen bereitet. Die Regierung in Peking verhängte Lockdowns über mehrere Städte. Dies könnte die Nachfrage beim weltweit größten Erdöl-Abnehmer dämpfen, warnten Börsianer. Die Ölnotierungen gaben daraufhin nach. Der Preis für die Sorte Brent aus der Nordsee fiel um 2,7 Prozent auf 54,93 Dollar je Barrel. Amerikanisches Leichtöl WTI sank um 2,6 Prozent auf 52,18 Dollar. In China ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen so stark gestiegen wie seit gut zehn Monaten nicht mehr. Binnen 24 Stunden wurden 144 neue Fälle bekannt, wie die Gesundheitsbehörde am Freitag in Peking mitteilte. Das ist der höchste Wert seit dem 1. März 2020. Die Neujahrsfeiertage beginnen am 11.

Februar und sind üblicherweise eine Hauptreisezeit in China. Der Euro litt erneut unter einem starken Dollar. Am frühen Abend wurde die Gemeinschaftswährung 0,7 Prozent tiefer bei 1,2075 Dollar gehandelt. Marktbeobachter verwiesen auf eine breit angelegte Dollar-Stärke. So hatte der künftige US-Präsident Joe Biden seine Pläne für ein Konjunkturpaket im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise im Umfang von umgerechnet rund 1,6 Billionen Euro vorgestellt. Bereits seit einigen Tagen wird der Dollar von der Aussicht auf ein neues Konjunkturpaket in den USA angetrieben. Die damit entfachten Wachstumshoffnungen haben zuletzt die Renditen der US-Staatsanleihen angetrieben und damit auch den Dollar gestärkt.

Trotz der Regierungskrise in Italien griffen Anleger bei italienischen Staatsanleihen wieder zu. Dementsprechend fiel die Rendite der zehnjährigen Titel bis auf 0,57 Prozent, nach 0,61 Prozent am Vortag. Im Streit über ein Konjunkturprogramm zur Überwindung der Corona-Krise ist in Italien die Regierungskoalition zerbrochen.

© SZ vom 16.01.2021 / rih, Reuters
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