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Rohstoffe, Devisen:Ölpreisrally setzt sich fort

Am Ölmarkt setzen Anleger seit rund zwei Wochen auf eine rasche Eindämmung der Corona-Pandemie. Dies treibt die Ölpreise auf das Preisniveau vor der Corona-Krise.

Die Ölpreise haben am Mittwoch an die Kursgewinne der vergangenen Handelstage angeknüpft. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete mit 48,65 Dollar 1,7 Prozent mehr. Der Preis für US-Leichtöl WTI stieg um 1,9 Prozent auf 45,77 Dollar. Seit Anfang November hat sich Rohöl aus der Nordsee und den USA jeweils fast 30 Prozent verteuert. Damit sind die wichtigsten Ölsorten so teuer wie seit Beginn der Corona-Krise im März nicht mehr. Die Anleger beruhige, dass es nicht nur um einen einzigen Impfstoff gehe, sondern gleich mehrere Pharmakonzerne Mittel und damit Lösungen für die Krise in Aussicht stellten, sagte Analyst Ricardo Evangelista. "Die Märkte preisen dies nicht als einen sporadischen Versuch ein, das Virus einzudämmen, sondern als einen gut strukturierten Plan, der in der Lage sein sollte, die Zahl der von diesem Virus betroffenen Menschen ernsthaft einzudämmen und der langen Reihe von Sperren der letzten Monate ein Ende zu setzen."

Die Hoffnung auf eine Konjunkturerholung nach einem Impfstoff-Erfolg trieb die Anleger zudem in Kupfer. Das Industriemetall verteuerte sich um bis zu 0,9 Prozent auf 7360 Dollar je Tonne und damit auf den höchsten Stand seit Januar 2014. Für Rückenwind sorgte auch die anhaltend hohe Nachfrage des weltgrößten Abnehmers China.

Nach dem Ausverkauf der letzten Tage bei Gold hielt die Marke von 1 800 Dollar. Der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls lag kaum verändert bei 1806 Dollar.

Auch der Euro konnte die Kursgewinne vom Vortag halten und war am Morgen über die Marke von 1,19 Dollar gestiegen. Gestützt wurde die Gemeinschaftswährung von einer allgemein freundlichen Stimmung an den Aktienmärkten. So hatte der US-Leitindex Dow Jones am Dienstag erstmals die Marke von 30 000 Punkten überschritten. Ein Euro notierte am Abend 0,3 Prozent höher bei 1,1921 Dollar.

© SZ vom 26.11.2020 / rih, Reuters, dpa
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