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Rohstoffe, Anleihen:Ölpreise steigen

Anleger setzen darauf, dass die Reisetätigkeit in den westlichen Industrienationen steigt und investieren daher in Öl. Dies treibt den Preis für den Rohstoff nach oben. Deutsche Staatsanleihen sind ebenfalls gefragt.

Am Rohölmarkt hat am Dienstag der mögliche Nachfrage-Rückgang beim wichtigen Abnehmer Indien nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Investoren setzten auf eine anziehende Reise-Tätigkeit in den westlichen Industrienationen, sagte Analyst Ash Glover vom Brokerhaus CMC. Die Ölsorten Brent aus der Nordsee und US-Leichtöl WTI verteuerten sich jeweils um 1,9 Prozent auf 68,82 Dollar beziehungsweise 65,76 je Barrel (159 Liter). Die Ölpreise rangieren zurzeit knapp unterhalb ihres höchsten Niveaus seit Mitte März. An der grundsätzlichen Lage am Ölmarkt hat sich in den vergangenen Tagen wenig geändert. Eine ständige Bedrohung stellt hingegen die angespannte Corona-Lage in großen Ölverbrauchsländern wie Indien oder Brasilien dar. Hinzu kommt, dass der Ölverbund Opec+ sein Angebot beginnend mit Mai Zug um Zug ausweiten will. Das zusätzliche Rohöl trifft auf eine coronabedingt fragile Nachfrage. Einige Fachleute zweifeln daher an der Strategie der Opec+.

Am Rentenmarkt griffen Anleger bei deutschen Titeln zu. Dementsprechend sank die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf minus 0,28 Prozent, nachdem sie am Montag bei minus 0,16 Prozent ein 14-Monats-Hoch markiert hatte.

Nachgebende Aktienmärkte halfen dem Goldpreis nicht in die Höhe. Eine Unze des Edelmetalls verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 1778 Dollar. Die Experten der Commerzbank geben sich für die weitere Preisentwicklung von Gold aber optimistisch. "US-Notenbank-Chef Jerome Powell sagte am Montag bei einer Konferenz, dass sich die Aussichten für die US-Wirtschaft zwar deutlich aufgehellt hätten, diese aber noch nicht über den Berg sei. Dies kann als weiterer Beleg dafür gelten, dass die US-Notenbank trotz starker Konjunkturdaten und steigender Inflationsraten noch sehr lange an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik festhalten wird. Davon sollte Gold als zinslose Anlage und Inflationsschutz profitieren", schrieben sie.

© SZ vom 05.05.2021 / rih, Reuters,dpa
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