bedeckt München 27°

Rohstoffe, Anleihen, Devisen:Euro legt nach Industriedaten zu

Eine überraschend starke Erholung der Industrieproduktion in Italien und Frankreich im Mai stützt den Euro am Freitag. Die "Antikrisen-Währung" Gold verteidigt die Gewinne.

Der Euro hat am Freitag nach starken Industriedaten zugelegt. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,1305 Dollar. Am Morgen hatte sie noch bei 1,1255 Dollar notiert. Eine überraschend starke Erholung der Industrieproduktion in Italien und Frankreich im Mai hat den Euro gestützt. In Italien etwa stieg die Produktion um gut 42 Prozent zum Vormonat, während Volkswirte lediglich einen Anstieg von 24 Prozent erwartet hatten. Beide Euro-Länder waren durch die Corona-Pandemie besonders hart getroffen und die Industrie hatte stark unter den Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens gelitten. Generell bleibt der Markt aber durch eine hohe Verunsicherung geprägt. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat wieder einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden gab es rund 63 200 neue Fälle, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität am Freitagmorgen hervorgeht. Die Wirkung auf den Devisenmarkt ist nicht ganz eindeutig. Einerseits wird der Dollar belastet, da die wirtschaftliche Erholung der USA ausgebremst werden könnte. Andererseits stützt eine wachsende Verunsicherung eher die Weltleitwährung Dollar.

Wegen der Verunsicherung angesichts der hohen Zahl von Infektionen in den USA griffen die Anleger nach deutschen Staatsanleihen. Im Gegenzug fiel die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zeitweise auf minus 0,492 Prozent. Unterdessen verteidigte die "Antikrisen-Währung" Gold die Marke von 1800 Dollar, die sie vor einigen Tagen erstmals seit etwa neun Jahren übersprungen hatte. Eine Feinunze kostete am Abend mit 1802 Dollar 0,1 Prozent mehr als am Vorabend.

Es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich das Edelmetall zu neuen Höhen aufschwingen werde, prognostizierte Anlagestratege Ilya Spivak vom Brokerhaus DailyFX. Seit Anfang Januar hat sich Gold um knapp 20 Prozent verteuert und steuert auf den größten Jahresgewinn seit 2010 zu.

© SZ vom 11.07.2020 / cikr, Reuters, dpa
Zur SZ-Startseite