Personalien Mehr Frauen ohne Quote

Monique R. Siegel sucht Wege für weiblichere Chefetagen. Außerdem: ein neuer Star-Wars-Star, Jens Weidmann und unser Mitarbeiter der Woche.

Eine volkswirtschaftliche Angelegenheit

Monique R. Siegel sucht neue Wege für weiblichere Chefetagen. Frauen träfen immerhin 80 Prozent der Konsumentscheidungen.

(Foto: oh)

Monique R. Siegel, 78, Wirtschaftsethikerin aus der Schweiz, fordert einen Fokuswechsel, um mehr Frauen in die Arbeitswelt und die Chefetagen zu bekommen. "Erst der Geschlechterkampf, dann die Quote - beide haben versagt. Wir brauchen neue Lösungen", sagte Siegel auf der "Hercareer", einer Karrieremesse für Frauen in München. Weltweit gebe es viele Baustellen in Politik und Gesellschaft, etwa den Rechtsruck, den Syrienkrieg, Flüchtlinge, die USA-Krise oder den Klimawandel. Und noch nie habe es so viele bestens ausgebildete Frauen gegeben, die Verantwortung übernehmen und an der Lösung dieser Probleme mitarbeiten wollten. "Es geht hier nicht um die Karriereplanung einzelner Frauen, sondern um eine volkswirtschaftliche Angelegenheit." Unternehmen mit gemischten Teams an der Spitze erarbeiteten mehr Profit als männliche Monokulturen. Außerdem seien Frauen für 80 Prozent der Konsumentscheidungen weltweit zuständig. Nicht Angleichung oder Anpassung der Geschlechter seien das Gebot der Zukunft, sondern Anerkennung und Respekt gegenüber der Verschiedenartigkeit. "Aus dem ungefilterten Zusammentreffen von männlichem und weiblichem Denken können neue Möglichkeiten der Konfliktbewältigung entstehen."

Siegel beschäftigt sich seit fünf Jahrzehnten mit dem Thema Frauenförderung. Mit 20 Jahren wanderte sie von Berlin nach New York aus, promovierte dort in Germanistik, und arbeitete später als Dozentin in der Schweiz, wo sie ihre Unternehmensberatung "MrsThink" sowie den Thinktank "Femaleshift" gründete. Mit Ende 60 absolvierte sie ein zweites Studium, dieses Mal angewandte Ethik in Zürich.

AKA

Lieb und teuer

(Foto: 2017 Lucasfilm Ltd.)

Ein Porg, null Jahre alt, taucht, handgestoppt, nur etwa eine Sekunde lang im neuesten Star Wars-Trailer auf. Er schreit panisch vor Chewbacca stehend beim Flug des Millenium Falcon. Porgs sehen aus wie pelzige, orangefarbene Pinguine, und diese kurze Sequenz war ausreichend, um einen Hype zu erzeugen. Denn es geht bei Star Wars nicht nur darum, den Film zu bewerben, sondern eine viel größere Maschine zu befeuern. "Das "Erwachen der Macht", der bislang letzte reguläre Teil, setzte an den Kinokassen weltweit 1,6 Milliarden US-Dollar um - und mit Merchandising noch mal fünf Milliarden, mehr als das Dreifache. Die Porgs (Foto: Lucasfilm/Disney) sind bereits nach dem Nano-Auftritt im Trailer so beliebt, dass sich Spielwarenhändler die Hände reiben. Einer der Star-Wars-Verantwortlichen bei Disney, Pablo Hildalgo, ließ zumindest so viel raus: Porgs stammen vom Planeten Ahch-To, sie bauen Nester, sie können fliegen. Und es gibt sie bald als Star-Wars-Manschettenknöpfe.

David Pfeifer

Höhere Löhne - jetzt!

(Foto: Reuters)

Jens Weidmann, 49, Präsident der Bundesbank und als solcher verpflichtet, neutral aufzutreten, verbirgt seine Zustimmung zu den kräftigen Lohnforderungen der IG Metall bestenfalls halbherzig. Zwar herrsche daheim Tarifautonomie, sagte er am Rande der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Gleichwohl spiegele die ungewöhnlich hohe Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn "in gewisser Weise die außergewöhnlich gute Konjunktur wider". Auch international wird die Forderung nach steigenden Löhnen laut. IWF-Chefin Christine Lagarde forderte die Mitgliedsländer auf, die Lücke zwischen Männern und Frauen zu schließen, um Ungleichheiten zu verringern. Höhere Löhne haben zudem den Nebeneffekt, dass sie die Inflation ankurbeln. Das wiederum ist nötig, um aus der expansiven Geldpolitik aussteigen zu können. Genau das hat Weidmann (Foto: Reuters) vor, sollte er 2019 Mario Draghi beerben und Präsident der Europäischen Zentralbank werden.

Cerstin Gammelin

Unser Mitarbeiter der Woche

ist der Außendienstleister. Er oder sie weiß, was wirklich los ist in der Welt und was die Kunden wollen. Nur blöd, dass die Zentrale dies nicht immer zu schätzen vermag, während Mann und Frau sich draußen abrackern.