Panamakanal Die Engstelle des Welthandels wird breiter

Jedes Jahr fahren 14.000 Schiffe durch den Panamakanal, um den Weg zwischen Pazifik und Atlantik abzukürzen. Nun investiert Panama 3,8 Milliarden Euro für den Bau einer zusätzlichen Fahrrinne.

Die größte Erweiterung des Panamakanals seit seiner Eröffnung vor 93 Jahren hat am Montag begonnen. Bauarbeiter sprengten nördlich von Panama-Stadt einen Hügel und starteten damit den Ausbau der Wasserstraße, der ab 2014 auch Durchfahrten von besonders großen Containerschiffen erlauben soll.

An einem Festakt zum Beginn des 5,2 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro) teuren Projekts nahm auch der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter teil.

Er verteidigte seine Entscheidung, den bis 1999 zu den USA gehörenden Kanal an Panama zu übergeben. Tausende Bürger des mittelamerikanischen Landes beobachteten den Auftakt der Arbeiten.

47 Millionen Kubikmeter Erde und Gestein werden entfernt

In der ersten Bauphase sollen 47 Millionen Kubikmeter Erde und Gestein entfernt werden, um den Kanal zu vergrößern. Die Ausschreibung für den mehr als drei Milliarden Dollar teuren Bau neuer Schleusen soll noch in diesem Jahr beginnen. Außerdem soll eine neue Fahrrinne ausgebaggert werden.

Bei der Vorbereitung der Zeremonie war am Sonntag ein Arbeiter getötet worden, weil sein Lastwagen gegen einen Hochspannungsmast fuhr. Bis zur Einweihung des Kanals im Jahr 1914 waren 25.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Bau ums Leben gekommen. Viele starben bei Sprengungen oder an Krankheiten.

Durch den Kanal transportieren jedes Jahr rund 14.000 Schiffe insgesamt fünf Prozent der Waren, die weltweit gehandelt werden.

Die meisten Schiffe fahren zwischen der Ostküste der USA und China über den Panamakanal. Die Alternative wäre ein gigantischer Umweg: die gefährliche Route um Kap Hoorn an der Südspitze des amerikanischen Kontinents.