Online-Konzern:Schöne Bescherung für Amazon

A UPS Worldport Facility Ahead Of Earnings Figures

In den USA bekommen immer mehr „Prime“-Kunden von Amazon ihr Paket innerhalb eines Tages oder noch am gleichen Tag.

(Foto: Luke Sharrett/Bloomberg)

Das Weihnachtsgeschäft lief überraschend gut.

Ein starkes Weihnachtsgeschäft und florierende Cloud-Dienste haben Amazon einen glänzenden Jahresabschluss beschert. Im vierten Quartal 2019 kletterte der Gewinn im Jahresvergleich um rund acht Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Die Erlöse wuchsen um 21 Prozent auf 87,4 Milliarden Dollar. Die Zahlen überraschten die Analysten positiv, die mit mehr Druck durch massive Investitionen in die Logistik gerechnet hatten.

Auch an der Wall Street kam die Bilanz gut an. Die Amazon-Aktie verteuerte sich am Freitag gegen den negativen Trend um 7,4 Prozent.

Der Konzern von US-Starunternehmer Jeff Bezos, dem mit einem geschätzen Vermögen von 116 Milliarden Dollar laut Forbes reichsten Menschen der Welt, hatte bereits das beste Weihnachtsgeschäft seiner Geschichte verkündet. Der Finanzbericht unterstrich dies nun. So gewann der "Prime"-Service, der unter anderem schnelleren Versand und Zugang zu Amazons Streaming-Angebot verspricht, laut Bezos so viele neue Kunden hinzu wie noch nie zuvor.

Amazon investierte im vergangenen Jahr massiv in seine Versandlogistik, um möglichst vielen "Prime"-Kunden das Versprechen von Lieferungen innerhalb von 24 Stunden zu erfüllen. Das scheint sich bereits ausgezahlt zu haben. Mittlerweile habe Amazon weltweit mehr als 150 Millionen zahlende "Prime"-Abonnenten, so Bezos. "Wir haben Prime schneller gemacht", sagte der Konzernchef. Die Anzahl von Artikeln, die US-Kunden innerhalb von einem Tag erhielten, habe sich im vergangenen Jahr vervierfacht. Zudem kann der Konzern sich weiter auf sein lukratives Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet verlassen. Die Web-Plattform AWS, Amazons Ertragsperle, die Cloud-Services an Unternehmen verkauft und in diesem Bereich Marktführer ist, steigerte die Einnahmen um 40 Prozent auf zehn Milliarden Dollar. Der operative Gewinn der Sparte kletterte um 19 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Amazon steht im Cloud-Geschäft unter Konkurrenzdruck durch Microsoft und Google, die ebenfalls starkes Wachstum vorweisen können.

Mit dem Quartalsbericht übertraf Amazon die Markterwartungen bei Weitem. Analysten hatten angesichts der hohen Investitionen in die Liefer- und IT-Infrastruktur mit deutlich schlechteren Zahlen gerechnet. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 steigerte Amazon den Gewinn von 10,1 Milliarden auf 11,6 Milliarden Dollar. Die Erlöse des Konzerns kletterten von 232,9 Milliarden auf 280,5 Milliarden Dollar. Damit verzeichnet der Online-Konzern zwar nach wie vor ein sehr starkes Wachstum, bleibt jedoch noch immer weit entfernt vom weltweit größten Einzelhändler Walmart. Dessen Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2019 zwar nur um knapp drei Prozent, lag mit 514,4 Milliarden Dollar aber weiter deutlich über dem von Amazon.

© SZ vom 01.02.2020 / dpa
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