Offene Immobilienfonds Transparenz nach dem Krisenjahr

Schon lange hatten Kritiker die fehlende Transparenz bei offenen Immobilienfonds bemängelt. Nach dem Deka-Debakel ziehen die ersten Anbieter nun allmählich Konsequenzen und veröffentlichen mehr Daten.

Von Von Simone Gröneweg

Für die Anbieter von offenen Immobilienfonds ist ein turbulentes Jahr zu Ende gegangen.

Es gab einen Bestechungsskandal in der Frankfurter Immobilienszene. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen rund 60 Verdächtige. Angeblich sind bei der Auftragsvergabe von mehreren Gewerbeimmobilien in Deutschland Bestechungsgelder geflossen.

Extreme Mittelabflüsse bei einzelnen Fonds und öffentliche Auseinandersetzungen über die Transparenz dieses Anlagesegments sorgten zusätzlich für Schlagzeilen.

Das war das interessanteste Jahr, das es bei diesen Fonds je gegeben hat", fasst der Fondsexperte Stefan Loipfinger die vergangenen zwölf Monate zusammen.

In Deutschland gibt es 30 offene Immobilienfonds, knapp 90 Milliarden Euro haben Anleger dort investiert. Seit Gründung des ersten Fonds im Jahr 1959 hat keiner ein Jahr mit Verlusten beendet.

Das war wohl der Grund dafür, dass das Anlagesegment nach dem Kursverfall an den Börsen so beliebt wurde. 2003 steckten Investoren 13,7 Milliarden Euro in offene Immobilienfonds, 2002 sogar 15 Milliarden Euro. Absolute Ausnahmejahre, heißt es in der Branche.

Sinkende Zuflüsse

Die Beliebtheit hat nachgelassen. 2004 beliefen sich die Zuflüsse bis Anfang Dezember auf etwa 3,5 Milliarden Euro. Die Krise am deutschen Büroimmobilienmarkt hat sich auf die Renditen einiger Fonds ausgewirkt - Anlass für Eigner, ihre Anteile zu verkaufen.

Aus dem Deutschland-Fonds der Deka zogen die Anleger derartig viel Geld ab, dass die Gesellschaft ihre Eigner - die Landesbanken und Sparkassen - um Hilfe bitten musste. Das führte zu einer öffentlichen Diskussion.