bedeckt München 13°

Metro:Rewe übernimmt Extra

Der größte deutsche Handelskonzern Metro wird seine Verbrauchermarkt-Kette Extra an den Lebensmittelhändler Rewe verkaufen. Das ist der erste Schritt des seit Herbst amtierenden Metro-Chefs Eckhard Cordes, sich von argenschwachem Geschäft zu trennen.

Wie Metro mitteilte, gehen die 245 Extra-Verbrauchermärkte mit zusammen rund 1,6 Milliarden Euro Umsatz zum Wirkung zum 1. Juli 2008 an Rewe. "Mit dem Verkauf von Extra konzentrieren wir uns im Lebensmitteleinzelhandel klar auf das Real SB-Warenhaus und können unsere Kräfte für die erfolgreiche Repositionierung in Deutschland noch wirkungsvoller bündeln", begründete Cordes die Entscheidung.

Zum Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte Metro mit. Mehrere mit der Transaktion vertraute Personen nannten Kaufpreise von rund 500 Millionen Euro. Metro zufolge reduziert sich die Nettoverschuldung durch den Verkauf um 350 Millionen Euro, die für Ratingagenturen relevanten Schulden gingen sogar um 670 Millionen Euro zurück.

An der Börse kam die Trennung von Xetra an. Im Parketthandel zog die Metro-Aktie um drei Prozent auf 53,72 Euro an.

Mitarbeiter sollen übernommen und vermittelt werden

Metro zufolge werden die etwa 9500 Mitarbeiter in den Extra-Märkten und in den Vertriebscentern von Rewe übernommen. Die übrigen rund 250 Mitarbeiter in der Verwaltung will Metro nach Aussage eines Sprechers versuchen in andere Konzernbereiche weiterzuvermitteln.

Die Extra-Märkte liegen vor allem in Norddeutschland und im Raum Berlin. Ihr Sortiment besteht zu 90 Prozent aus Lebensmitteln. Rewe verspricht sich davon eine Verdichtung des Filialnetzes in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Zudem seien "positive Synergien vor allem in den Bereichen Logistik, Beschaffung und Vertriebskonzepte" zu erwarten, erklärte der Vorstand. Der Handelskonzern setzt mit mehr als 12.000 Märkten in ganz Europa rund 45 Milliarden Euro um.

In der Branche war seit längerem über einen Verkauf der Extra-Märkte spekuliert worden. Gleich zu seinem Amtsantritt hatte Metro-Chef Cordes angekündigt, "strategische Optionen" für Extra zu prüfen. Metro verdient Geld vor allem mit seinen Großhandelsmärkten und den Elektronikfachmärkten Media Markt und Saturn, die im Ausland stark expandieren. Schleppend verläuft dagegen das Deutschland-Geschäft der Kaufhof-Warenhäuser und der Supermarktkette Real.

© Reuters/mah
Zur SZ-Startseite