Frühjahrsgutachten Frühjahrsgutachten - Institute rechnen mit steigender Beschäftigung

  • Führende Wirtschaftsforscher rechnen mit sinkenden Arbeitslosenzahlen.
  • Die Wirtschaft wird demnach aber schwächer wachsen als erhofft.
Von Guido Bohsem, Berlin

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt nach Einschätzung der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute weiter positiv. Die Ökonomen gehen nach Informationen der Süddeutschen Zeitung davon aus, dass die Arbeitslosenquote im laufenden Jahr auf 6,2 Prozent sinken wird. Dann werden insgesamt etwa 2,737 Millionen Menschen ohne Beschäftigung sein. Im vergangenen Oktober waren die Institute noch von etwa 6,5 Prozent ausgegangen. Sie hatten also mit gut 140 000 Arbeitslosen mehr gerechnet.

Das Gutachten mit dem Titel "Aufschwung bleibt moderat - Wirtschaftspolitik wenig wachstumsorientiert" soll am Donnerstag veröffentlicht werden. Die Experten haben darin ihre Erwartungen für das Wirtschaftswachstum leicht nach unten korrigiert. Sie rechnen nun damit, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 1,6 Prozent steigen wird - zuvor waren sie noch von 1,8 Prozent ausgegangen. Für 2017 rechnen sie mit 1,5 Prozent.

Der Aufschwung wird nach Einschätzung der Forscher vor allem durch den privaten Konsum getrieben. Von der Weltkonjunktur erwarten sie keine Wachstumsimpulse. Wegen der weiter guten konjunkturellen Lage und der dynamischen Entwicklung am Arbeitsmarkt gehen die Ökonomen von deutlich steigenden Löhnen aus. Sie rechnen damit, dass jeder Arbeitnehmer in diesem Jahr im Schnitt mit einem Plus von 2,8 Prozent rechnen kann. Noch im Oktober hatten die Institute lediglich einen Anstieg von 2,5 Prozent unterstellt.

Beteiligt an dem Gutachten sind unter anderem das Münchner Ifo-Institut, das Berliner DIW, das Essener RWI und das IWH aus Halle.