Fluggesellschaft in Schwierigkeiten Malaysia Airlines wirft jeden dritten Mitarbeiter raus

Eine Maschine von Malaysia Airlines im Landeanflug auf Kuala Lumpur: Viele Mitarbeiter müssen gehen.

(Foto: AFP)

MH370 verschollen, MH17 abgeschossen: Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines steckt in einer schweren Krise. Nun bekommen sie auch die Mitarbeiter zu spüren.

  • Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines streicht 6000 Arbeitsplätze. Derzeit arbeiten 20 000 Menschen für die Airline.
  • Der Staat versucht, den Konzern zu sanieren. Die Gesellschaft steckt in schweren finanziellen Schwierigkeiten. Das liegt auch am Verlust zweier Passagiermaschinen innerhalb weniger Monate: Die Maschine von Flug MH370 ist verschollen, der Flieger von MH17 wurde abgeschossen.

​6000 von 20 000 Jobs betroffen

Malaysia Airlines kündigt fast jedem dritten Mitarbeiter: 6000 von 20 000 Arbeitsplätzen sind betroffen. Das teilte der Staatsfonds Khazanah Nasional mit. Er ist der Hauptaktionär der Fluggesellschaft und will mit der Stellenkürzung die Sanierung des Konzerns vorantreiben. Diese "Korrektur" sei eine wichtige Voraussetzung für einen Neuanfang, so der Fonds. Der malaysische Staat hatte bereits Anfang August angekündigt, der Konzern solle von der Börse genommen werden und komplett in staatliches Eigentum übergehen.

Buchungen gingen nach Flugzeugabschuss deutlich zurück

Der Konzern hat im zweiten Quartal etwa drei Viertel mehr Verlust gemacht als im Vorjahr. Er beläuft sich von April bis Juni auf 306 Millionen Ringgit, etwa 73 Millionen Euro. 2013 waren es noch 175 Millionen Ringgit. Malaysia Airlines warnte, der Verlust werde wahrscheinlich noch weiter anwachsen, weil die finanziellen Folgen des Absturzes von Flieger MH17 sich erst im kommenden Halbjahr bemerkbar machen würden. Die Buchungen gingen nach dem Abschuss über der Ukraine um 33 Prozent zurück, viele Passagiere stornierten zudem ihren Flug. Bereits nachdem die Maschine von MH370 verschwunden war, verkaufte die Airline knapp sieben Prozent weniger Flüge.

Malaysia Airlines leidet nicht nur unter dem Vertrauensverlust seiner Passagiere. Dazu kommen hohe Personalkosten und die starke asiatische Konkurrenz im Fluggeschäft.

Zwei verlorene Maschinen innerhalb weniger Monate

Anfang März verschwand Flug MH370 über dem Indischen Ozean, die Maschine wurde bisher nicht gefunden. Im Juli wurde das Flugzeug der Verbindung MH17 nach bisherigen Erkenntnissen beim Überflug der Ostukraine von einer Flugabwehrrakete getroffen.

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