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Essenslieferdienste:Nicht von Pappe

Essenslieferanten profitieren vom Teil-Lockdown und den deswegen geschlossenen Restaurants. Sie bringen alles ins Haus, was der Appetit begehrt.

(Foto: Cristiano Pinto/unsplash)

Die Zahl der Essensbestellungen ist im vorigen Quartal in Deutschland um 57 Prozent gestiegen, meldet der Betreiber von Pizza.de und Foodora.

Willst du Erfolg, musst du liefern: Was nach einem banalen Sinnspruch auf einem dieser schlimmen Führungskräfte-Motivationskalender klingt, beschreibt tatsächlich den Zustand der spätkapitalistischen westlichen Wirtschaft in Zeiten der Pandemie: Während von Modeherstellern und Fluglinien eine Horrornachricht nach der anderen zu vernehmen ist, laufen alle Firmen hervorragend, die den Menschen Essen in Pappschachteln an die Haustür bringen. Sei es ein Burger, ein Thai-Curry oder eine lauwarme Pizza Vier Jahreszeiten.

Das niederländische Unternehmen Just Eat Takeaway.com, dem in Deutschland präsente Dienste wie Pizza.de oder Foodora gehören, teilte jetzt mit, dass die Zahl der Essensbestellungen in Deutschland im vergangenen Quartal um 57 Prozent gestiegen ist. Das ist noch einmal deutlich mehr als im dritten Quartal, als das Plus bereits 47 Prozent betrug. Logisch, wenn Millionen Menschen daheim schuften und mittags hungrig sind. Nur die armen Fahrradkuriere, die müssen raus in die Kälte, Burger und Pizzen im Minutentakt ausfahren und aufpassen, dass alles heile und einigermaßen korrekt temperiert ankommt. So ist das heutzutage nun mal: Liefern und liefern lassen.

© SZ vom 14.01.2021 / jps
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