Eigene Studie:Deutsche Bank distanziert sich

Die Deutsche Bank hat sich öffentlich von einer mit scharfer Kritik an Politik und Aufsicht gespickten Studie aus dem eigenen Haus distanziert. Die von Deutsche Bank Research am Dienstag veröffentlichte Ausarbeitung spiegele "Ansichten des Autors wider", erklärte ein Sprecher des größten deutschen Geldhauses am Mittwoch in Frankfurt schriftlich. "Diese werden weder von der Deutschen Bank geteilt noch wurden sie von der Führung von Deutsche Bank Research autorisiert", teilte der Sprecher mit. Die Analyse, aus der auch die Börsen-Zeitung zitiert, ist inzwischen nicht mehr im Webangebot der Deutschen Bank abrufbar.

In der 20-seitigen Ausarbeitung äußert der Autor auch deutliche Kritik an der Finanzaufsicht Bafin: "Es gibt wohl - leider - kaum eine Finanzaufsicht in den Industrieländern weltweit, unter deren Augen in den letzten 15 Jahren derart viele Finanzskandale stattgefunden haben und bei denen die Finanzaufsicht insgesamt ein so schlechtes, ja teilweise dysfunktionales Bild abgegeben hat, wie die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin)." Insgesamt stellt der Autor dem Finanzplatz Deutschland ein miserables Zeugnis aus: "Der Finanzplatz Deutschland verharrt seit vielen Jahren strukturell im Dornröschenschlaf." Im internationalen Vergleich sei der hiesige Finanzplatz in den vergangenen Jahren "dramatisch zurückgefallen", schreibt der Autor. Die Branche sei "chronisch wachstumsschwach, strukturell sklerotisch, außerordentlich wenig profitabel und viel zu ineffizient".

Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB