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E.Go Mobile:IG Metall sieht Politik in der Pflicht

Angesichts des Schutzschirmverfahrens beim Elektroautohersteller E.Go Mobile sieht die Gewerkschaft IG Metall "schlimmstenfalls" 500 Arbeitsplätze in Gefahr. "Wir hoffen, dass dieser Betrieb auch weiterhin bestehen wird", sagt Achim Schyns, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Aachen.

Das Start-up des Professors Günther Schuh hatte am Donnerstag ein Schutzschirmverfahren beantragt; das Amtsgericht willigte ein. Derlei Verfahren sichern insolvenzbedrohte Firmen für drei Monate vor dem Zugriff ihrer Gläubiger.

"Meiner Ansicht nach ist jetzt die Politik gefordert, bei E.Go Mobile einzusteigen", sagt Gewerkschafter Schyns. E.Go produziert seit einem Jahr kleine Elektroautos mit Einstiegspreisen von knapp 18000 Euro. "Dieses nachhaltige Produkt hat eine Chance verdient", so Schyns. Der Staat habe Hunderte Milliarden Euro an Hilfen für die Wirtschaft aufgelegt. "Doch ein junges Unternehmen wie E.Go kann davon nicht profitieren."

Infolge der Corona-Pandemie sind laut E.Go Lieferketten unterbrochen; auch Investoren hätten nun "andere Prioritäten", als das Aachener Start-up weiter zu finanzieren. Staatshilfen verlangen indes einen Eigenanteil der Banken. E.Go hatte freilich schon vor Ausbruch des Virus Probleme mit Zulieferern, die der Firma zufolge "viel Geld und Zeit" kosteten.

Schuh hatte bereits 2010 den E-Transporterhersteller Streetscooter mitgegründet, der seit 2014 der Deutschen Post gehört. Doch soll auch Streetscooter mangels Co-Investoren und angesichts hoher Verluste die Produktion in Aachen und Düren in diesem Jahr einstellen.

© SZ vom 04.04.2020
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