Devisen und Rohstoffe:Öl- und Gaspreise steigen weiter

Der Euro gibt nach Äußerungen des US-Notenbankchefs nach. Der Höhenflug der Gas- und Rohölpreise geht wegen einer anhaltend hohen Nachfrage in die nächste Runde.

Angesichts erhöhter Inflationsrisiken bereitet US-Notenbankchef Jerome Powell die Finanzmärkte auf einen strafferen Kurs der Fed vor. Ein Anstieg der Preise und Einstellungsschwierigkeiten nach der Corona-Krise könnten seiner Ansicht nach länger anhalten als erwartet, sagte Powell bei einem Auftritt vor einem Senatsausschuss. Falls sich die Inflation verfestigen sollte, werde die Fed "sicherlich reagieren" und ihre Werkzeuge einsetzen, betonte er. Dies hievte der Dollar-Index am Dienstag, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, zeitweise auf ein Elf-Monats-Hoch von 93,778 Punkten. Der Euro gab entsprechend nach und notierte am Abend 0,2 Prozent tiefer bei 1,1672 Dollar. Gleichzeitig trennten sich Investoren von US-Staatsanleihen, wodurch die Rendite der zehnjährigen US-Bonds auf ein Dreieinhalb-Monats-Hoch von plus 1,567 Prozent stieg. Ihre deutschen Pendants rentierten mit minus 0,172 Prozent so hoch wie zuletzt vor drei Monaten.

Am Rohstoffmarkt entspannte sich die Lage nur zum Teil. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Abend mit 78,61 Dollar ein Prozent weniger. Zuvor allerdings übersprang der Preis erstmals seit drei Jahren wieder die Marke von 80 Dollar je Barrel. "Das anhaltende Angebotsdefizit drückt die Lagerbestände auf das niedrigste Niveau seit Jahrzehnten", schrieben die Analysten der Barclays Bank. Verschärft wird die Lage durch die Probleme der Opec-Mitglieder Nigeria und Angola, ihre Produktionsquoten zu erfüllen.

Die Gaspreis-Rally stieg allerdings weiter. Die US-Preise kletterten um bis zu zehn Prozent auf ein Siebeneinhalb-Jahres-Hoch von 6,28 Dollar je Million BTU. Der britische Kontrakt gewann zeitweise knapp sieben Prozent und war mit 185 Pence je Therm so teuer wie zuletzt vor dreieinhalb Jahren. Letzterer erhielt zudem von sinkenden russischen Gas-Lieferungen Auftrieb, sagten Börsianer.

© SZ vom 29.09.2021 / amon, Reuters, dpa
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