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Devisen und Rohstoffe:Gold mit neuem Rekord

Die Anleger flüchten in "sichere Häfen" wie zum Beispiel Gold und treiben die Preise in neue Höhen. Am Devisenmarkt gibt der Euro nach ZEW-Konjunkturzahlen deutlich nach.

Der Höhenflug des Goldpreises hält an. Am Dienstag stieg der Preis des Edelmetalls in Euro gerechnet auf einen neuen Rekordwert. In der Spitze kostete eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) 1483 Euro. Damit wurde das jüngste Rekordhoch vom vergangenen Freitag übertroffen. In Dollar gerechnet zog der Goldpreis ebenfalls an. Am Abend kostete eine Feinunze etwa 1605 Dollar und damit 24 Dollar mehr als am Montag. Zum Rekordhoch von rund 1921 Dollar, erreicht im Jahr 2011, ist es aber noch ein weiter Weg.

Gold profitiert als sicherer Anlagehafen derzeit vor allem von der Unsicherheit wegen der chinesischen Coronavirus-Krise. Hinzu kommt die konjunkturelle Schwäche insbesondere im Euro-Raum und in Deutschland. Außerdem sorgen die niedrigen und teils negativen Zinsen schon seit langer Zeit dafür, dass ein wichtiger Nachteil der Goldanlage kaum mehr ins Gewicht fällt: Das Edelmetall wirft im Gegensatz zu anderen Anlagen keine Zinsen ab.

In Euro gerechnet erhält der Goldpreis zusätzlichen Auftrieb durch den starken US-Dollar, in dem das Edelmetall international für gewöhnlich gehandelt wird. Wegen dieses Wechselkurseffekts war der Goldpreis zuletzt auch in anderen Währungen auf immer neue Rekordstände gestiegen, beispielsweise in japanischen Yen.

Der ZEW-Index, der überraschend schlecht ausgefallen war, setzte derweil den Euro am Devisenmarkt unter Druck. Die europäische Gemeinschaftswährung verbilligte sich im Abendhandel um 0,3 Prozent auf 1,0798 Dollar. Die Konjunkturerwartungen trübten sich deutlicher ein als zunächst erwartet: Das Barometer für die nächsten sechs Monate fiel im Februar kräftig, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 194 Analysten und Anlegern mitteilte. Dies war der erste Rückgang nach drei Anstiegen in Folge.

© SZ vom 19.02.2020 / amon, Reuters, dpa
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