Devisen und Rohstoffe:Euro und Schweizer  Franken legen zu

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Der Druck auf die Europäische Zentralbank wächst, in der Eurozone die Zinsschraube anzuziehen. Das gibt dem Euro Auftrieb. Aber auch der als "sicherer Hafen" geschätzte Schweizer Franken steigt.

Spekulationen auf eine nahende Zinswende im Euro-Raum haben am Donnerstag den Euro gestützt. Die Gemeinschaftswährung legte um gut ein Prozent auf 1,0586 Dollar zu. Vergangenen Freitag war sie mit 1,0348 Dollar noch auf den tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren gefallen. "Beinahe täglich melden sich führende Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) zu Wort, um den Märkten Handlungsbereitschaft angesichts hoher Inflation zu signalisieren", kommentierten Analysten der LBBW. Viele stimmten in den inzwischen recht lauten Chor derjenigen ein, die eine Zinserhöhung der EZB im Juli mehr als nur andeuteten. Am Mittwoch hatte sich unter anderem EZB-Ratsmitglied Pablo Hernandez de Cos für eine Normalisierung der Geldpolitik ausgesprochen.

Die Schwäche des Dollar verlieh auch anderen Währungen deutlichen Auftrieb. Besonders stark legte der als sicherer Hafen geltende Schweizer Franken zu, der zum Greenback anderthalb Prozent an Wert gewann. Händler verwiesen auf die schlechte Stimmung an den Aktienmärkten. Zudem wurde spekuliert, die US-Notenbank könne angesichts des anhaltend hohen Preisauftriebs künftig zu noch größeren Zinsschritten in Höhe von einem Dreiviertel-Prozentpunkt gezwungen sein. Eine zentrale Befürchtung lautet, dass die straffere Geldpolitik zu erheblichen konjunkturellen Belastungen führen könnte. Dazu passte, dass einige enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA veröffentlicht wurden.

Der Rückgang des Dollar schickte den Goldpreis auf Erholungskurs. Eine Feinunze des Edelmetalls kostete mit 1843 Dollar 1,5 Prozent mehr als am Vortag. Ein schwächerer Greenback macht das in der US-Währung gehandelte Gold für Anleger außerhalb des Dollar-Raums attraktiver.

Die Ölpreise machten anfängliche Verluste wett. Der Notierung für das Nordseeöl Brent stieg um 2,2 Prozent auf 111,25 Dollar, US-Öl WTI verteuerte sich um 1,6 Prozent auf 111,47 Dollar.

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