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Devisen und Rohstoffe:Euro steigt wieder

Hauptgesprächsthema auf dem Devisenmarkt blieben der Preisdruck und die Aussichten für die US-Leitzinsen. Der Euro zu, auch Gold ist gefragt.

Nachlassende Spekulationen auf US-Zinserhöhungen haben am Freitag dem Dollar zugesetzt. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro auf 1,2145 Dollar, nach 1,2078 Dollar am Vortag. Die US-Notenbank verstärke offenbar ihre Bemühungen, die Botschaft zu verbreiten, dass die Inflation nur vorübergehend ist, sagte Anlagestratege Jim Reid von der Deutschen Bank. "Das hilft dem Markt kurzfristig, kann aber zu größeren Risiken führen, wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt gezwungen ist, zuzugeben, dass die Teuerung teilweise dauerhaft anzieht. Die Fed könne die Geldpolitik auf absehbare Zeit aber gar nicht straffen, ohne die Erholung der Wirtschaft zu gefährden", sagte Analystin Rhona O'Connell vom Finanzdienstleister StoneX. Diese stehe auf wackligen Beinen. In dieses Bild passte die überraschende Stagnation der US-Einzelhandelsumsätze. Analysten hatten eigentlich mit einem Plus von einem Prozent gerechnet. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

Auch an den Anleihemärkten entspannte sich die Lage. Die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen aus den USA und Deutschland fielen auf plus 1,625 und minus 0,137 Prozent. Gefragt war auch Gold, das sich um 0,6 Prozent auf 1838 Dollar je Feinunze verteuerte. "Die Ampel für einen Preisanstieg bei Gold steht auf grün", sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Schließlich lägen die Bond-Renditen deutlich unter der Inflationsrate. "Selbst wenn diese im Jahresverlauf wieder sinkt, bleiben die Realzinsen stark negativ."

Rohöl war gefragt. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 2,5 Prozent auf 68,71 Dollar je Barrel (159 Liter). Investoren rechneten wegen der erwarteten Erholung der Weltwirtschaft von den Coronavirus-Folgen mit einem kräftigen Anstieg der Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte.

© SZ vom 15.05.2021 / amon, Reuters, dpa
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