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Devisen und Rohstoffe:Euro stabil bei 1,18 Dollar

Nachdem der Euro nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed im Laufe der Woche deutlich unter die Marke von 1,18 gefallen war, stabilisiert sich die Notierung. Der Goldpreis steigt.

Der Euro hat am Freitag stabil über der Marke von 1,18 Dollar notiert. Im Abendhandel kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1848 Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Vorabend. Mangels wichtiger Konjunkturdaten konzentrierten sich die Anleger am Devisenmarkt auf einige Aussagen ranghoher EZB-Notenbanker. Die von der Corona-Krise hart getroffene Wirtschaft der Eurozone benötigt aus Sicht von Spaniens Notenbankchef Pablo Hernandez de Cos womöglich neue geldpolitische Hilfen. "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es notwendig sein wird, einen neuen Impuls hinzuzufügen, um die Ziele zu erreichen", sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) am Freitag per Videolink auf einer Veranstaltung in Spanien. Im August habe sich die wirtschaftliche Erholung verlangsamt. Die EZB hat bereits billionenschwere Stützungsprogramme aufgelegt, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu mildern. Doch von ihrem Ziel einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent ist sie immer noch weit entfernt. Im August ist die Teuerungsrate im Euro-Raum sogar auf minus 0,2 Prozent gesunken. Erstmals seit 2016 rutschte damit die Teuerung wieder ins Negative.

Am Rohstoffmarkt legte der Goldpreis leicht zu. Eine Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 1956 Dollar. Silber kostete mit 27,20 Dollar 0,4 Prozent mehr. Die Experten der LBBW verwiesen jedoch auf die rückläufige Nachfrage von Industrie und Schmuckbranche, die zusammen für etwa 70 Prozent der Gesamtnachfrage stünden. "Der Silber-Hausse könnte damit demnächst die Luft ausgehen." In der Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage beim weltweit größten Abnehmer China decken sich Anleger mit Kupfer ein. Das Industriemetall gewann ein Prozent an Wert und war mit 6850 Dollar je Tonne so teuer wie zuletzt vor gut zwei Jahren.

© SZ vom 19.09.2020 / amon, Reuters, dpa
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