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Devisen und Rohstoffe:Euro legt leicht zu

Angesichts sinkender Corona-Neuinfektionen steigen die Konjunkturerwartungen für Deutschland. Davon profitiert der Euro. Am Rohstoffmarkt können sich die Ölpreise nach dem Ausfall der Pipeline stabilisieren.

Der Kurs des Euro ist am Dienstag gestiegen. Am Abend kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,2150 Dollar und damit 0,2 Prozent mehr im Vergleich zum Vorabend. Im Fokus standen neue Konjunkturdaten aus Deutschland. Angesichts sinkender Corona-Neuinfektionen blicken die Börsianer so optimistisch auf die deutsche Konjunktur wie seit über 21 Jahren nicht mehr. Das Barometer ihrer Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten sechs Monaten stieg im Mai um 13,7 auf 84,4 Zähler. Das sei der höchste Wert seit Februar 2000, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 188 Analysten und Anlegern mitteilte. Im April hatte es noch einen Rückgang nach zuvor vier Anstiegen gegeben. Die konjunkturelle Lage wurde ebenfalls deutlich besser bewertet. Auch der Konjunkturausblick für das Eurogebiet und die USA habe sich erheblich verbessert. "Der Aufschwung wird dank zu erwartender Öffnungen des Hotel- und Gaststättengewerbes und des Freizeitsektors in den kommenden Monaten vorankommen", ist sich Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sicher. Am Rohstoffmarkt stabilisierten sich die Ölpreise. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI 65,43 Dollar, ein Plus von 0,7 Prozent. Eine nach einem Cyberangriff ausgefallene US-Ölpipeline soll nach Angaben des Betreibers bis Ende der Woche wieder weitgehend laufen. Der Ausfall der Pipeline, über den ein großer Teil der Ölversorgung der amerikanischen Ostküste läuft, hat am Erdölmarkt bisher nur zeitweise für steigende Preise gesorgt. "Eine längere Unterbrechung der Pipeline hätte weitreichende Auswirkungen auf den Ölmarkt auch in Europa", prognostizieren die Rohstoffexperten der Commerzbank. So würden die USA die fehlenden Mengen Benzin auch in Europa nachfragen.

© SZ vom 12.05.2021 / amon, Reuters, dpa
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