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Devisen und Rohstoffe:Euro im Minus vor EZB-Sitzung

Im Vorfeld der morgigen Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank fällt der Euro. Am Rohstoffmarkt treibt die Aussicht auf massive US-Konjunkturhilfen den Ölpreis weiter nach oben.

Der Euro ist am Mittwoch gefallen. Der Kurs fiel zeitweise unter die Marke von 1,21 Dollar und lag am Abend 0,2 Prozent im Minus bei 1,2101 Dollar. Im Fokus standen europäische Inflationsdaten. Trotz massiver Geldspritzen der EZB sanken die Preise im Euro-Raum weiter. Die Teuerungsrate lag im Dezember bei minus 0,3 Prozent, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte. Anhaltend negative Inflationsraten sind für die Europäische Zentralbank (EZB) ein Problem, zumal die Konjunktur bereits durch die zweite Welle der Pandemie und Lockdowns gebremst wird. Die Währungshüter, die am Donnerstag wieder über den Leitzins entscheiden, streben eine Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent an. Dieses Ziel verfehlen sie seit Jahren.

Auch die Äußerungen der designierten US-Finanzministerin und ehemaligen Präsidentin der US-Notenbank Fed Janet Yellen belasteten den Euro. Yellen erklärte bei der Anhörung im US-Kongress, der Wert des Dollar solle durch die Märkte bestimmt werden. Damit kündigte sie einen Kurswechsel zu Politik des scheidenden Präsidenten Donald Trump an, der eine schwächere US-Währung angestrebt hatte. Nach dem Rücksetzer beim Bitcoin ist auch der Höhenflug der zweitwichtigsten Cyber-Devise Ethereum beendet. Ethereum gab an der Börse Bitstamp nach einem Rekordhoch am Vortag in der Spitze um fast zehn Prozent nach. Der Bitcoin-Kurs fiel um mehr als vier Prozent auf 34 475 Dollar. "Die Zeichen stehen insgesamt nach wie vor auf Konsolidierung", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Vor zwei Wochen hatte Bitcoin ein Rekordhoch von knapp 42 000 Dollar erreicht.

Die Aussicht auf massive US-Konjunkturhilfen ließ den Ölpreis weiter steigen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 0,9 Prozent auf 56,41 Dollar, US-Leichtöl WTI notierte ein Prozent höher bei 53,42 Dollar.

© SZ vom 21.01.2021 / amon, Reuters, dpa
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