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Devisen und Rohstoffe:Euro fällt

Schlechter als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten belasten die europäische Währung. Die Börsianer schätzen die deutschen Konjunkturaussichten immer negativer ein. Der Ölpreis gibt leicht nach.

Die schlechter als erwartet ausgefallenen Konjunkturzahlen haben den Euro am Dienstag belastet. Die Gemeinschaftswährung notierte am Abend 0,5 Prozent tiefer bei 1,1204 Dollar. Die Börsianer schätzen die deutschen Konjunkturaussichten immer negativer ein. Das Barometer für ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr fiel im Juli um 3,4 auf minus 24,5 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 189 Analysten und Anlegern mitteilte. Das ist der schwächste Wert seit Oktober 2018. Die Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf minus 22,3 Zähler gerechnet. Die aktuelle Lage bewerteten die Börsianer so schlecht wie seit neun Jahren nicht mehr: Der Wert fiel um 8,9 auf minus 1,1 Zähler.

"Insbesondere die Fortsetzung des Negativtrends bei den Auftragseingängen der deutschen Industrie dürfte die Finanzmarktexperten in ihrem Konjunkturpessimismus bestätigt haben", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. "Eine nachhaltige Eindämmung der Unsicherheitsfaktoren für die exportorientierten Branchen der deutschen Wirtschaft ist derzeit nicht in Sicht." Der Iran-Konflikt scheine sich eher zu verschärfen, während der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und China eine Belastung nicht nur für die chinesische Wirtschaftsentwicklung darstelle. "Auch bei der Ausgestaltung des Brexits ist kein Fortschritt zu erkennen", sagte Wambach.

Der Ölpreis fiel. Die Notierung für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI lag mit 57,88 Dollar 2,9 Prozent im Minus. Die Gefahr durch den Wirbelsturm "Barry" hat sich für die Fördergebiete vor der Südküste der USA im Golf von Mexiko abgeschwächt. Mehrere Ölproduzenten schickten bereits am Montag Arbeiter zurück auf die Offshore-Plattformen, da der Sturm deutlich nachgelassen hatte.