Devisen und Rohstoffe:Euro  auf Berg-und Talfahrt

Die EZB wird auf absehbare Zeit an ihrem ultralockeren Kurs zur Stützung der Wirtschaft festhalten. Der Euro reagiert auf die Beschlüsse zunächst mit Kursgewinnen, die er dann später aber abgibt.

Der Euro hat am Donnerstag nur kurzzeitig mit Kursgewinnen auf die geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) reagiert. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung lag am Abend 0,2 Prozent leicht im Minus bei 1,1772 Dollar, nachdem er zuvor bis auf 1,1830 Dollar gestiegen war. Die Geldschleusen der Notenbank bleiben weit geöffnet. In der ersten Zinssitzung nach der Verabschiedung einer neuen geldpolitischen Strategie bekräftigten die Währungshüter am Donnerstag ihren expansiven Kurs mit Zinsen auf Rekordtief und milliardenschweren Anleihekäufen. Sie änderten jedoch ihren Zinsausblick (Forward Guidance). Dieser deutet darauf hin, dass die Zinsen noch länger niedrig bleiben, da die Voraussetzungen für eine Zinserhöhung verschärft wurden.

Bei den Kryptowährungen baute Bitcoin seine jüngsten Kursgewinne nicht aus, obwohl Tesla-Chef Elon Musk in Aussicht gestellt hat, dass der Elektroautobauer die Cyber-Devise wieder als Zahlungsmittel akzeptieren wird. "Die Tage, dass Musk mit einer verbalen Intervention die Märkte nachhaltig beeinflussen kann, sind fürs Erste scheinbar gezählt", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. In den vergangenen Monaten hatte der Tesla-Chef mit Tweets mehrfach hohe Kursschwankungen bei Bitcoin & Co. ausgelöst.

Am Rentenmarkt griffen Investoren bei den Staatsanleihen zu. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf minus 0,423 Prozent. Ihre italienischen Pendants rentierten mit plus 0,638 Prozent so niedrig wie zuletzt vor dreieinhalb Monaten. Unterdessen zog der Ölpreis erneut an. Die Nordseesorte Brent gewann 0,8 Prozent auf 72,82 Dollar je Barrel. Auch mit der von den großen Exportländern beschlossenen Lockerung der Förderbremse werde die Nachfrage das Angebot in den kommenden Monaten übersteigen, prognostizierten die Analysten der Bank Morgan Stanley.

© SZ vom 23.07.2021 / amon, Reuters,dpa
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