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Devisen und Rohstoffe:Der Ölpreis gibt nach

Nach einem mehrjährigen Höchststand fallen die Ölpreise zum Wochenanfang. Im Fokus am Rohölmarkt steht eine neue Runde bei den Atom-Verhandlungen mit Iran. Am Devisenmarkt stabilisiert sich der Euro.

Der Euro hat am Montag etwas zugelegt. Am Abend kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,2194 Dollar, nach 1,2162 Dollar zum Handelsschluss in der vergangenen Handelswoche. Der Euro baute so seine Kursgewinne vom Freitag aus, als ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht den Dollar belastet hatte. Die verbesserte Konjunkturstimmung von Anlegern in der Eurozone stützte den Euro am Montag tendenziell. Der vom Analyseunternehmen Sentix erhobene Indikator stieg im Juni auf den höchsten Stand seit gut drei Jahren. Der Anstieg war größer als von Ökonomen erwartet. Sentix begründete die Entwicklung vor allem mit Lockerungen von Corona-Beschränkungen in Handel, Gastronomie und Tourismus. Etwas Gegenwind bekam der Euro durch schwache Auftragsdaten aus der deutschen Industrie. Entgegen dem erwarteten moderaten Anstieg gingen die Bestellungen im April leicht zurück. Allerdings folgt der Rückgang auf einen starken Vormonat.

Der Euro wurde durch die Daten nur vorübergehend etwas belastet. In Erwartung einer neuen Runde bei den Atom-Verhandlungen mit dem Iran machten Anleger am Rohölmarkt Kasse. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 71,44 Dollar je Barrel, nachdem ihr Preis zuvor auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 72,27 Dollar gestiegen war. "Investoren erwarten eine Rückkehr iranischen Öls auf den Weltmarkt", sagte Avtar Sandu vom Brokerhaus Phillips Futures. "Ich glaube aber nicht, dass ein Deal vor den iranischen Präsidentschaftswahlen zustande kommt." Unterdessen zeigten sich die Opec und ihre Verbündeten optimistisch, dass die Bemühungen der Produzenten, den Markt zu stützen, erfolgreich sein werden und die Ölvorräte in den kommenden Monaten sinken. "Wir erwarten, dass wir in den kommenden Monaten weitere Rückgänge sehen werden", sagte Opec-Generalsekretär Mohammad Barkindo.

© SZ vom 08.06.2021 / amon, Reuters, dpa
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