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Devisen und Rohstoffe:Bitcoin gibt weiter nach

Die Furcht vor einer strengeren Regulierung trieb die Anleger am Wochenende in Scharen aus ihren Bitcoin-Investitionen. Am Montag geht die Talfahrt für die Cyberwährung etwas gebremst weiter. Derweil steigt der Euro über die Marke von 1,20 Dollar.

Die Krypto-Währung Bitcoin hat zu Wochenbeginn nach ihrem Kursrutsch weiter nachgegeben, allerdings in weitaus geringerem Ausmaß als am Wochenende. Am frühen Abend notierte die Cyberdevise drei Prozent tiefer bei 53 411 Dollar, nachdem sie am Sonntag um 14 Prozent beziehungsweise fast 10 000 Dollar eingebrochen war. In der vergangenen Woche hatte die Bitcoin noch ein Rekordhoch von knapp 65 000 Dollar markiert. Auslöser der jüngsten Verkäufe seien Spekulationen auf eine strengere Regulierung in den USA zur Bekämpfung von Geldwäsche, sagte Anlagestratege Rodrigo Catril von der National Australia Bank. Unabhängig davon verbot die türkische Zentralbank am Freitag Zahlungen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Der Branchendienst CoinMarketCap.com machte zudem einen Stromausfall in der chinesischen Region Xinjiang für den Absturz verantwortlich. Dort sitzen den Angaben zufolge zahlreiche Bitcoin-Schürfer. Sie stellen dem Kryptowährungsnetzwerk Rechnerkapazitäten zur Verfügung. Dafür werden sie in Bitcoin entlohnt. Die Spekulationen um eine strengere Regulierung hätten Investoren vor Augen geführt, dass dies die größte Gefahr für den Kurs von Bitcoin & Co sei, sagte Naeem Aslam, Analyst des Brokerhauses Ava Trade. Der Euro kletterte erstmals seit Anfang März wieder über die Marke von 1,20 Dollar. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich um einen halben US-Cent auf 1,2048 Dollar, nachdem die US-Notenbank ihre Ansicht bekräftigt hatte, dass ein Inflationsanstieg voraussichtlich nur vorübergehender Natur wäre.

Am Markt für Industriemetalle überwogen die Konjunkturoptimisten. Die Weltwirtschaft werde in der zweiten Jahreshälfte ihren Wachstumshöhepunkt erreichen, prognostizierten Analysten des Brokerhauses Huatai. Vor diesem Hintergrund verteuerte sich Kupfer um gut zwei Prozent auf 9403 Dollar je Tonne.

© SZ vom 20.04.2021 / SZ, Reuters dpa
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