Devisen, Rohstoffe, Anleihen Anleger lassen Dollar links liegen

Der Greenback gibt nach, was dem Euro zu Gewinnen verhilft. Für Verunsicherung sorgt die Abwertung des Yuan.

Der Euro hat am Donnerstag an die Kursgewinne vom Vortag angeknüpft. Die Gemeinschaftswährung kostete am Abend 1,1590 Dollar. Am Vortag wurde die Devise mit 1,1518 Dollar gehandelt. Trotz massiver Kursverluste an den amerikanischen Aktienmärkten am Vortag nutzten Anleger den Dollar nicht wie gewöhnlich als sicheren Hafen. Marktbeobachter verwiesen auf jüngste Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der die Geldpolitik der US-Notenbank Fed in ungewöhnlich scharfen Worten kritisiert hatte. "Ich denke, die Fed ist verrückt geworden", sagte er. Für einen Präsidenten sei es äußert ungewöhnlich, die Fed so offen zu kritisieren, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axitrader. Unterstützung für den Euro kam am Nachmittag noch von US-Konjunkturdaten. So ist der Inflationsdruck in den USA etwas stärker abgeflaut als von Experten erwartet wurde.

Für Verunsicherung am Devisenmarkt sorgte auch die Abwertung der chinesischen Währung Yuan. Die chinesische Notenbank hat die Landeswährung die wichtige Marke von 6,9 durchbrechen lassen, der Dollar stieg daraufhin bis auf 6,938 Yuan. Das hat auch andere Schwellenland-Währungen belastet und den Zorn der USA auf sich gezogen, die vermuten, China wolle sich per billiger Währung Handelsvorteile verschaffen. Mit der Abwertung des Yuan reagiere Peking auch auf die US-Strafzölle, sagte Alan Ruskin, Stratege bei der Deutschen Bank. Am Rohstoffmarkt war die Nervosität der Anleger gleichfalls spürbar. Die Rohöl-Sorte Brent verbilligte sich um 3,3 Prozent auf 80,30 Dollar je Barrel. Der als Konjunkturmaßstab wichtige Kupferpreis gab zeitweise um 2,4 Prozent auf 6092 Dollar je Tonne nach. Einige Anleger nahmen Kurs auf "sichere Häfen". So waren Bundesanleihen gefragt. Die Rendite sank bis auf 0,49 Prozent. Die Krisenwährung Gold verteuerte sich um 2,4 Prozent auf 1223 Dollar je Feinunze.