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Devisen, Anleihen, Rohstoffe:Euro mit Verlusten

Die Gemeinschaftswährung fällt wieder leicht unter 1,11 Dollar zurück. Ein Grund ist die derzeitige Stärke des Greenback. Am Markt für Staatsanleihen sind insbesondere italienische Papiere gefragt.

Ein stärkerer Dollar hat zum Wochenausklang den Euro belastet. Der Kurs der Gemeinschaftswährung rutschte knapp unter die Marke von 1,11 Dollar, nachdem sie am Vorabend noch bei 1,1135 Dollar notierte. Bereits am Donnerstag hatten solide US-Konjunkturdaten den Euro unter Druck gesetzt. Am Freitag überraschten die Dezemberdaten zur unter dem Handelsstreit mit China leidenden US-Industrie positiv. Sie stellte 0,2 Prozent mehr her als im Vormonat. Ökonomen waren von einem Rückgang um 0,2 Prozent ausgegangen. Erleichtert reagierten die Anleger am Devisenmarkt zudem auf die Wahl von Michail Mischustin zum neuen russischen Ministerpräsidenten. "Seine ersten Aussagen zur Wirtschaftspolitik deuten auf ein hohes Maß an Kontinuität hin", sagte Analyst Anatoliy Shal von der Bank JPMorgan. Der Rubel wertete zu Dollar und Euro um jeweils etwa ein halbes Prozent auf. Dagegen bröckelte das Pfund Sterling leicht auf 1,1721 Euro ab. Angesichts der schwächelnden Konjunktur werde die Bank von England bald den Leitzins senken, prognostizierte Ayush Ansal, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Crimson Black. Konjunkturdaten haben einen überraschenden Rückgang der Umsätze im britischen Einzelhandel im Dezember gezeigt hatten.

Am Markt für Staatsanleihen sorgte die Absage des obersten italienischen Gerichts an eine Wahlrechtsreform für Aufsehen. "Das sind aus Marktsicht gute Nachrichten, weil es das Risiko reduziert, dass wir eine Lega-Regierung mit absoluter Mehrheit bekommen", sagte Anlagestratege Daniel Lenz von der DZ Bank. Die rechte Lega-Partei unter ihrem Chef Matteo Salvini gilt als europakritisch. Investoren legten sich italienische Anleihen ins Depot. Im Gegenzug fiel die Rendite der zehnjährigen Titel auf 1,386 Prozent von 1,438 Prozent.

Gold wurde wieder etwas höher gehandelt. Die Feinunze des Edelmetalls verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 1558 Dollar.

© SZ vom 18.01.2020 / SZ, Reuters
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