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Devisen, Anleihen, Rohstoffe:Euro fällt unter 1,21 Dollar

Ein stärkerer Dollar belastet die Gemeinschaftswährung zum Wochenausklang deutlich. Der Greenback profitiert von der eingetrübten Stimmung an den Aktienmärkten.

Der Kurs des Euro ist am Freitag unter kräftig gefallen. Am späten Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,2073 Dollar, nachdem sie am Vortag noch bis auf 1,2244 Dollar geklettert war. Belastet hatte den Euro vor allem die Stärke des Dollar. Der profitierte von der trüberen Stimmung an den Aktienmärkten, ausgelöst durch anziehende Kapitalmarktzinsen in den USA. Hintergrund sind steigende Wachstums- und Inflationsaussichten in den Vereinigten Staaten infolge des von der Regierung angepeilten Konjunkturprogramms in Billionen-Höhe.

Aber auch in Europa hatten die Renditen von Staatsanleihen zuletzt deutlich zugelegt. Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners sagte daher Interventionen der Notenbanken voraus, um einen weiteren Anstieg der Anleiherenditen, die als Ausdruck der Inflationsangst gelten, zu verhindern. Neben beruhigenden Worten halte er auch Anpassungen bei den Wertpapierkäufen für möglich. Am Anleihemarkt entspannte sich im Laufe des Tages derweil die Lage etwas. Die Renditen der zehnjährigen Titel aus Deutschland und den USA fielen auf minus 0,259 beziehungsweise plus 1,438 Prozent, tags zuvor waren sie jeweils auf ein Jahreshoch geklettert.

Der Goldpreis stand angesichts der hohen Anleiherenditen kräftig unter Druck. Eine Feinunze des Edelmetalls verbilligte sich um drei Prozent auf 1718 Dollar. Wegen der Kosten für seine Lagerung wird Gold für Anleger bei steigenden Renditen im Vergleich zu Anleihen weniger attraktiv. Der Kupferpreis fiel kräftig um 4,7 Prozent auf 9163 Dollar je Tonne. Am Vortag hatte er noch ein Neuneinhalb-Jahres-Hoch erreicht. Dank der Spekulationen auf eine kraftvolle Erholung der Weltwirtschaft von den Pandemie-Folgen könne aber bald mit einer Fortsetzung der Rally gerechnet werden, prognostizierten einige Analysten.

© SZ vom 27.02.2021 / SZ, Reuters, dpa
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