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Devisen, Anleihen, Rohstoffe:Euro fällt unter 1,20 Dollar

Der Dollar steigt in Reaktion auf die Ergebnisse der Zinssitzung der US-Notenbank kräftig an. Entsprechend rutscht der Euro weiter ab. Auch von Gold trennen sich die Investoren.

Die Absicht der US-Notenbank Fed, möglicherweise doch etwas früher als bisher geplant, ihre sehr lockere Geldpolitik zurückzufahren, hat dem Dollar erneut kräftigen Aufwind gegeben. Im Gegenzug weitete der Euro am Donnerstag seine Verluste aus und fiel unter die Marke von 1,20 Dollar. Zeitweise kostete die Gemeinschaftswährung mit 1,1927 mehr als einen halben US-Cent weniger. Bereits am Vorabend hatte sie gut einen US-Cent an Wert verloren.

Deutlich fiel auch der Verkaufsdruck am Anleihemarkt aus. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe bis auf minus 0,149 Prozent, nach minus 0,2 Prozent am Vortag. Die Fed-Führung prognostizierte mit ihren Projektionen, den sogenannten Dot Plots, für 2023 zwei Zinserhöhungen. Ursprünglich sollte es damit erst 2024 losgehen.

Der gestiegene Dollar sorgte für fallende Preise am Rohstoffmarkt, da ein hoher Dollarkurs Rohstoffe für Investoren außerhalb des Dollarraums weniger attraktiv macht. Die Notierung für das wichtigste Industriemetall Kupfer rutschte um knapp drei Prozent auf 9379 Dollar je Tonne ab. Auch von Gold trennten sich die Anleger. Das Edelmetall verbilligte sich in der Spitze um zwei Prozent auf 1775 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Sollte die Inflation aber weiter steigen, rücke Gold wieder ganz oben auf die Einkaufsliste der Anleger, sagte Rohstoff-Experte Alexander Zumpfe vom Edelmetallhändler Heraeus. "Das gilt umso mehr, so lange die Realzinsen - also der Nominalzins bereinigt um die Inflation - negativ ist."

Bei den Rohölpreisen gab es kaum Abschläge. Schließlich werde die Nachfrage in den kommenden Monaten bei einem knappen Angebot weiter steigen, prognostizierte Analyst Edward Moya vom Brokerhaus Oanda. Die Sorte Brent aus der Nordsee kostete mit 74,31 Dollar je Fass 0,1 Prozent weniger als am Mittwochabend. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um 0,2 Prozent auf 72 Dollar.

© SZ vom 18.06.2021 / cikr, Reuters, dpa
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