Bestechungsverdacht Wieder Razzia bei Salzgitter

Die Staatsanwaltschaft geht nun auch dem Verdacht der Bestechung bei Salzgitter nach. Es seien Privaträume in Österreich, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden durchsucht worden.

Von Kirsten Bialdiga, Düsseldorf

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat beim zweitgrößten deutschen Stahlkonzern Salzgitter ein weiteres Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nach Auskunft der Behörde geht es dabei um den Tatvorwurf der Bestechung im geschäftlichen Verkehr. "Es wird gegen zwei zwischenzeitlich ausgeschiedene Mitarbeiter der Salzgitter-Tochter Mannesmann Großrohr GmbH ermittelt", sagte Oberstaatsanwältin Birgit Seel und bestätigte damit Informationen der Süddeutschen Zeitung. In diesem Zusammenhang seien im März unter anderem Privaträume durchsucht und an mehreren Orten, in Österreich, Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz, Unterlagen beschlagnahmt worden. Es sollen Beträge in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro geflossen sein, wobei der Hintergrund der Zahlungen noch nicht ausreichend geklärt sei. Salzgitter wollte sich nicht äußern.

Der neue Vorwurf steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den bereits seit mehr als einem Jahr laufenden Ermittlungen, zu denen die Behörde mit Hinweis auf das Steuergeheimnis keine Auskunft gibt. Schon vor einem Jahr hatte es Razzien gegeben. Die Steuerfahnder gehen dem Verdacht nach, der Konzern könnte Beratern für die Anbahnung von Geschäften mit Nigeria und dem Iran zwischen 2005 und 2009 Provisionen von mehr als 100 Millionen Euro gezahlt und die Ausgaben in Steuererklärungen zumindest zum Teil falsch deklariert haben. Salzgitter wies den Verdacht zurück und versicherte, die Ermittlungsbehörden von Beginn an unterstützt zu haben.