Bertelsmann Stiftung gegen Weidenfeld Trennung offenbar perfekt

Die Bertelsmann Stiftung soll den langjährigen Stiftungsvorstand und bekannten Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld abgelöst haben.

Die Stiftung habe sich von dem Politologen Weidenfeld getrennt, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Konzernkreise.

Die Verträge zwischen der Bertelsmann Stiftung und Weidenfelds Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) in München sollen jedoch zunächst fortgesetzt werden. Die letzten Kooperationen würden bis 2010 laufen.

Die Bertelsmann-Stiftung wollte die Trennung von Weidenfeld gegenüber sueddeutsche.de zunächst nicht bestätigten.

Gegen den 60-jährigen Politikwissenschaftler, der seit 15 Jahren dem Leitungsgremium der größten deutschen Unternehmensstiftung angehört, ermittelt derzeit die Münchner Staatsanwaltschaft wegen Untreue. Allerdings soll offenbar das Verfahren gegen eine Geldbuße eingestellt werden.

Thielen soll übernehmen

Mit der Trennung von Weidenfeld wolle die Bertelsmann-Besitzerfamilie Mohn offenbar Schaden von der Stiftung abwenden. Liz Mohn ist die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung. Zu Jahresbeginn werde Bertelsmann-Vorstandschef Gunter Thielen den Vorstandsvorsitz der Stiftung übernehmen und die Arbeit überprüfen, berichtet das Handelsblatt weiter.

Gegen Weidenfeld war zuvor eine anonyme Anzeige eingegegangen. Ihm wurde vorgeworfen, private Ausgaben als Spesen abgerechnet zu haben. Die Staatsanwaltschaft ließ auch die Stiftung in Gütersloh durchsuchen.

Weidenfeld bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.