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Bahnhofsgebäude:Bahn verkauft weiteres Immobilienpaket

Die Deutsche Bahn veräußert 490 Bahnhofsimmobilien an ein Konsortium aus Patron Capital und Procom Invest. Kaufpreis: Ein mittlerer zweistelliger Millionen-Euro-Betrag.

Neue Eigentümer aus der Immobilienbranche sollen 490 Bahnhofsgebäuden in Deutschland neues Leben einhauchen. Die Deutsche Bahn verkaufe für einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag eine zweite Tranche von Bahnhofsimmobilien an ein Konsortium aus dem britischen Immobilieninvestor Patron Capital und dem Hamburger Immobilienentwickler Procom Invest, teilte die Bahn am Dienstag mit.

Die Bahn verkauft Bahnhofsgebäude; AFP

Immobiliendeal: Der Bahn-Konzern trennt sich von 490 Bahnhofsgebäuden.

(Foto: Foto: AFP)

Die neuen Besitzer sollten Konzepte für eine Nutzung der zum Teil uralten und trostlosen Gebäude entwickeln, erläuterte eine Bahn-Sprecherin. Sie hätten sich verpflichtet, binnen fünf Jahren 15 Millionen Euro in die Immobilien zu investieren.

Die Gebäude seien zum Betrieb der Bahnhöfe nicht notwendig, die Bahnsteiganlagen und die Zugänge zu den Gleisen blieben im Besitz der Bahn, hieß es in der Mitteilung. Die Bahn hatte 2001 eine erste Tranche von 500 Bahnhöfen an First Rail Property verkauft. Nach der Insolvenz dieses Unternehmens erwarben Patron und Procom die Immobilien.

Die Bahn habe mit den beiden Käufern gute Erfahrungen gemacht, sagte die Sprecherin. Einige Gebäude seien renoviert worden und hätten neue Mieter aus dem Einzelhandel gefunden, andere seien zu Gaststätten oder Jugendhäusern umgebaut worden.

Nur 600 Gebäude verbleiben im Besitz

Die Bahn will weitere Bahnhofs-Empfangsgebäude verkaufen, die nicht notwendig seien. Von ursprünglich 2250 Gebäuden sollen am Ende nur rund 600 im Besitz der Bahn verbleiben, sagte die Sprecherin.

Das Aktionsbündnis "Bahn für Alle" kritisierte den Verkauf der Gebäude. "Zu attraktivem Bahnverkehr gehört ein Bahnhof mit Wartemöglichkeiten, Beratung und Service. Ein knapper Regenschutz und ein stummer Fahrkartenautomat verschrecken Kunden", erklärte Stefan Diefenbach-Trommer von dem Bündnis, das die Privatisierung der Bahn verhindern will und dem nach eigenen Angaben unter anderem die IG Metall, der Bund Naturschutz (BUND) und Attac angehören.