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Anleihen, Rohstoffe, Devisen:Renditen steigen weiter

Wegen Inflationssorgen trennen sich die Anleger von Staatsanleihen. Im Gegenzug geht es mit den Bundes-Renditen nach oben. Derweil treibt eine Kältewelle in den USA die Ölpreise in die Höhe.

Spekulationen auf eine Konjunkturerholung und eine anziehende Inflation haben zu Wochenbeginn die Kurse europäischer Staatsanleihen erneut belastet. Im Gegenzug zogen die Renditen weiter an. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit minus 0,278 Prozent kurzzeitig so hoch wie seit acht Monaten nicht mehr. An den US-Bondmärkten standen die Renditen gar so hoch wie seit einem Jahr nicht mehr. Investoren achten nun besonders auf die nächsten Äußerungen von Notenbankern, allen voran auf Fed-Chef Jerome Powell. "Sie alle dürften betonen, dass die lockere Geldpolitik kein baldiges Ende finden wird, was die Anleger dann etwas beruhigen könnte", sagte Milan Cutkovic vom Handelshaus Axi.

Spekulationen auf eine Angebotsverknappung trieben die Preise am Rohölmarkt nach oben. Zuvor war es wegen einer Kältewelle im US-Bundesstaat Texas zu Produktionsstörungen gekommen. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 2,5 Prozent auf 64,55 Dollar pro Fass. Auftrieb verlieh auch eine um zehn Dollar angehobene Preis-Prognose durch Goldman Sachs, die nun im zweiten Quartal mit einem Ölpreis von 70 Dollar und im dritten Quartal von 75 Dollar rechnen. Eine besser als erwartet ausgefallene Nachfrage und das immer noch gedrückte Angebot führe überraschend zu niedrigeren Lagerbeständen, hieß es zur Begründung. In Erwartung einer höheren Kupfer-Nachfrage in China kletterte der Preis für das Industriemetall erstmals seit September 2011 über die Schwelle von 9000 Dollar pro Tonne. Auch ein schwächerer US-Dollar half den in Dollar notierten Metallen nach oben, weswegen sich Gold um 0,8 Prozent auf 1797 Dollar je Feinunze verteuerte.

Beim Bitcoin nahmen die Anleger Gewinne mit. Der Kurs der Cyberdevise sackte zeitweise um 17 Prozent auf 47 400 Dollar ab, nachdem er Ende vergangener Woche erstmals die Marke von 50 000 Dollar überwunden hatte und bis auf 58 354 Dollar gestiegen war.

© SZ vom 23.02.2021 / SZ, Reuters, dpa
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