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Anleihen, Devisen, Rohstoffe:Erholung am Anleihenmarkt

In Erwartung einer anhaltend lockeren Geldpolitik greifen Investoren bei den Staatsanleihen zu. Kurz vor dem Treffen von Präsidenten Joe Biden und Erdoğan erholt sich die Lira.

Die Aussicht auf die Fortführung der ultra-lockeren Geldpolitik hat den Euro am Freitag unter Druck gesetzt. Die Gemeinschaftswährung verlor bis Nachmittag um 0,4 Prozent auf 1,2127 Dollar. "Die Tatsache, dass der EZB-Rat noch nicht einmal über das Thema Ausstieg aus dem Notfallkaufprogramm diskutiert hat, trotz der sich deutlich aufhellenden Pandemie-Lage, spricht Bände", sagte Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger. Ein ähnliches Bekenntnis zu einer ultra-lockeren Geldpolitik erwarten Experten von der US-Notenbank, die in der kommenden Woche über ihr weiteres Vorgehen berät. Offenbar folgten Investoren der Einschätzung von EZB und Fed, dass der aktuelle Preisdruck nur vorübergehend sei, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Anders ist die rasante Erholung am Rentenmarkt nicht zu erklären." Das Interesse an den Bonds aus den USA und Deutschland drückte die Renditen der richtungweisenden zehnjährigen Papiere auf plus 1,428 beziehungsweise ein minus bei 0,287 Prozent. In der Hoffnung auf Tauwetter in den Beziehungen zwischen den USA und der Türkei deckten sich Anleger mit der türkischen Währung ein. Im Gegenzug verlor der Dollar und Euro jeweils zwei Prozent an Wert. Investoren setzten darauf, dass sich die beiden Präsidenten Joe Biden und Recep Tayyip Erdoğan bei ihrem geplanten Treffen am Montag auf eine Lockerung der US-Sanktionen gegen die Türkei einigen werden, sagen Börsianer.

Am Rohstoffmarkt waren die Optimisten in der Überzahl. Der Preis für die Ölsorte Brent aus der Nordsee stieg um bis zu 0,6 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 72,95 Dollar je Barrel. Der Internationalen Energieagentur IEA zufolge müssen die großen Förderländer ihre Erdöl-Ausfuhren ausweiten, um der sich rasch erholenden Nachfrage gerecht zu werden.

© SZ vom 12.06.2021 / amon, Reuters,dpa
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