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Kurz gesichtet:Vortrefflich

Die Designerin Charlotte Perriand kommt zu späten Ehren, edle Naturkosmetik aus Dänemark, schöne Postkarten mit Motiven bekannter Künstler und Raritäten aus dem Besitz von Asterix-Zeichner Albert Uderzo.

(Foto: Pierre Jeanneret)

"Seien Sie sanftmütiger": Ein Rat, so gar nicht nach dem Geschmack von Charlotte Perriand. Die Architektin und Designerin, die gerade überall wiederentdeckt wird mit Ausstellungen und Publikationen, hatte ihren eigenen Kopf und eckte an. 1903 geboren, trat sie mit 24 Jahren in das Büro des legendären Baumeisters Le Corbusier ein, von dem auch die Ermahnung zur Sanftmut stammt. Nach zehn Jahren Zusammenarbeit, in denen sie die berühmten Stahlrohrmöbel des Maître mitentwickelte, ging Perriand eigene Wege. Bis zu ihrem Tod 1999 und mit großem Erfolg: Ihre Entwürfe, von reduzierter Strenge und zeitlos elegant, gelten heute als Klassiker des modernen Designs und erzielen Höchstsummen bei Auktionen. Einen Einblick in Perriands faszinierendes Leben und Schaffen bietet das neue Buch der französischen Autorin Laure Adler "Charlotte Perriand. Ihr Leben als moderne und unabhängige Frau." Elisabeth Sandmann Verlag, 44 Euro.

Reisen geht gerade nicht - aber Postkarten schreiben schon. Gute Idee eigentlich: Grüße von zu Hause, wo's ja eh am schönsten ist, könnte man jetzt endlich mal wieder verschicken. Oder sich selbst eine Freude mit einer Postkarte von einem Lieblingskünstler machen. Die Webseite The Travel Almanac hat einen limitierten "Postal Service" herausgebracht mit Motiven von Fotograf Juergen Teller, dem Künstler Bjarne Melgaard und seinen schrägen Bildwelten, von Schauspielerin und Sängerin Charlotte Gainsbourg über Willem Dafoe bis zur Modelegende Helmut Lang. Jedes Motiv ist auf 50 Stück limitiert, eine Karte kostet 30 Euro und die Erlöse gehen an die Organisationen #nokidhungry und #savethechildren. Aber das Beste: Jede Postkarte enthält einen Gruß des jeweiligen Künstlers, eine Nachricht etwa oder eine Zeichnung - und beim Bestellen kann man selbst ein "Telegramm" hinterlassen, das dem betreffenden Künstler dann zugestellt wird (travel-almanac.com).

(Foto: Torbjørn Rødland)

Prada oder Louis Vuitton lassen Atemschutzmasken herstellen, Ralph Lauren und Gucci kündigen freigiebig Millionenspenden an: Auch in der globalen Luxusbranche stellt Covid-19 seit Wochen alles auf den Kopf. Mit ihrer Benefizaktion will die Marke Lala Berlin auf längerfristige Folgen der Krise aufmerksam machen: drohende Armut und Gewalt gegen Kinder. Fälle häuslicher Gewalt haben bereits zugenommen. "Als Mutter einer Tochter ist die Vorstellung, was sich hinter verschlossenen Türen abspielen könnte, ein Albtraum", sagt Leyla Piedayesh, Gründerin von Lala Berlin. Die bedruckten Atemschutzmasken des Labels sollen einen Beitrag leisten zur Unterstützung gefährdeter Kinder: Der Erlös aus dem Verkauf wird an Organisationen wie Jugendnotmail oder Wildwasser gespendet, die sich um junge Menschen in Notlagen kümmern (die Masken à 25 Euro sind erhältlich in den Flagshipstores, im ausgewählten Einzelhandel und unter lalaberlin.com).

(Foto: Hersteller)

Produkte von Kjaer Weis sind ein Liebling unter Beauty-Experten. Das hat vielleicht mit den angenehm kühl in der Hand liegenden Metallgehäusen von Puder, Rouge & Co. aus New York zu tun. Außerdem sind Rezepturen und Farben gut für ein diskretes Kaschieren von Erschöpfungserscheinungen geeignet und nicht unbedingt für das große Abend-Make-up, das in diesen Zeiten ohnehin niemand braucht. Bei der Herstellung wird auf Umweltverträglichkeit geachtet, alle Produkte lassen sich nachfüllen, so auch das neue "Flush and Glow Duo", das Rouge und Bronzer kombiniert (49 Euro). Den ressourcenschonenden Ansatz führt Gründerin Kirsten Kjaer Weis auf ihre Kindheit zurück, sie wuchs auf einer Farm in Dänemark auf. Außerdem wäre es schade, bei dem Preis die hübschen Behältnisse nach dem Aufbrauchen wegzuwerfen (kjaerweis.com).

Ein Asterix für die Wand: Das Pariser Auktionshaus Artcurial versteigert am 26. Mai Raritäten aus dem Besitz von Albert Uderzo, dem legendären Zeichner der französischen Comics. Die Witwe und Tochter des Künstlers, der diesen März im Alter von 92 Jahren starb, haben fünf Originalzeichnungen für eine Benefizauktion zur Verfügung gestellt. Drei davon sind Illustrationen für Asterix-und-Obelix-Bände. Zwei Blätter gehören zu den hierzulande weniger bekannten Comicserien "Umpah-Pah" über einen jungen Indianer, sowie "Tanguy und Laverdure" über die Abenteuer zweier Kampfpiloten. Der Ertrag geht an eine Stiftung für Frankreichs Kliniken (artcurial.com).

© SZ vom 16.05.2020
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