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Kurz gesichtet:Unterwegs

Leicht und patent: Eine transportable Strandliege aus Frankreich, die den Sommer schöner macht, das Gesamtwerk der Kosmopolitin Zaha Hadid in einem Bildband und Sonnenbrillen von Woolrich. Die News der Woche.

Von Anne Goebel und Julia Rothhaas

Einfache Kleidung für Holzfäller, später Golfhosen, Bademode, Wolldecken: Seit der Gründung 1830 taucht in der Produktpalette des amerikanischen Unternehmens Woolrich so manche Überraschung auf. Eigentlich ist der Konzern aus Pennsylvania für Parkas und Flanellhemden bekannt. In diesem Sommer scheint es mal wieder Zeit zu sein für etwas mehr Trara, dafür hat sich die Marke mit der italienischen Brillenfirma Retrosuperfuture zusammengetan. Das Ergebnis: drei Sonnenbrillenmodelle aus Acetat namens America, Flat Top und Ciccio. Alle Brillen haben das für Woolrich typische Karomotiv, allerdings dezent versteckt auf der Innenseite des Rahmens. Ein bisschen Überraschung muss sein (180 Euro, woolrich.eu).

Vor fünf Jahren verwandelte der Designer Lee Broom aus London die Via Alfredo Cappellini in Mailand während der Design-Woche in ein gefaktes Kaufhaus. Beauty-Abteilung, Frauenmode, Kurzwaren: Die Besucher fühlten sich wie in einem echten Geschäft, in einem der Räume stellte der Designer auch seine neue Kollektion aus. Darunter der "Hanging Hoop Chair", ein riesiger, an einer Kette von der Decke hängender Ring, in dem ein kleinerer Ring befestigt ist. Und darauf befindet sich wiederum ein Sitz samt Lehne aus Stoff. Ein spektakuläres Teil, das Broom nun an prominenter Stelle wiederentdeckt hat: in Beyoncés "Black is King", ihrem spektakulären visuellen Musikalbum. Eine bessere Werbung dürfte es kaum geben, auch nicht fünf Jahre zu spät.

Sie trug den schönen Titel "Queen of Curves", Königin der geschwungenen Silhouette: Zaha Hadid war eine der Großen der Architekten-Zunft und als Frau sowieso eine Ausnahme in dem männerdominierten Metier. Das hat sie nicht gehindert oder vielleicht gerade animiert, Gebäude zu entwerfen, die lange als unrealisierbar galten: Zu organisch fließend in der Form, zu komplex. Aber Dame Zaha Mohammad Hadid, so ihr voller Name samt Titel, ließ sich nicht beirren und war bis zu ihrem plötzlichen Tod 2016 eine gefeierte Baumeisterin. Ihre schillernden, politisch nicht immer unumstrittenen Projekte überall auf der Welt kann man jetzt in einem Bildband betrachten, in Ruhe auf dem Sofa ohne eine einzige Reise: von der Innsbrucker Skisprungschanze über die Wassersportarena für die Olympischen Spiele in London bis zur Oper im chinesischen Guangzhou. Hadid, Britin irakischer Abstammung, war auch als Designerin erfolgreich, ihr Büro besteht weiter. Der Band "Zaha Hadid Architects. Complete Works 1979 - Today" ist erschienen im Taschen Verlag (50 Euro, taschen.com).

Dieser Sommer mag anders sein, manches hingegen ändert sich nie, trotz Pandemie: Wie bekommt man es am Strand oder See bloß hin, bequem zu lesen, ohne gleich einen Liegestuhl mitschleppen zu müssen? Eine mögliche Antwort bietet die französische Marke Simone et Georges, und zwar mithilfe ihres Strandstuhls mit dem seltsamen Namen "Neo-Transat". Das Prinzip ist schnell erklärt: Zwei gekreuzte Stöcke aus Kiefernholz werden in die Rückenlehne aus strapazierfähigem Stoff geschoben. Auf dem langen Ende der Stoffbahn sitzt man dann auch und kann bequem die Beine ausstrecken. Das stabilisiert die Sitzliege, zusätzlich werden hinten die Hölzer in den Boden gerammt. Die Liege gibt es in zwölf verschiedenen Sommerfarben wie Smaragdgrün oder Koralle. Weil die Hölzer jeweils nur 80 Zentimeter lang sind und die ganze Liege nicht schwer ist, passt sie gut in jede Badetasche (49 Euro, simone-et-georges.com).

Optimismus? Scheint gerade nicht zur aktuellen Entwicklung der Pandemie zu passen, doch auf der Plattform Pinterest sind die Nutzer zuversichtlich gestimmt. So interpretiert jedenfalls die visuelle Suchmaschine mit Sitz in San Francisco die Auswertung der jüngsten Daten: Der "Optimismus Report" des Unternehmens bezieht sich auf Mai bis Mitte Juni 2020. Festgestellt wurde - im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - ein sprunghafter Anstieg von Suchanfragen zu Ausgeglichenheit und Wohlbefinden. Die gut 400 Millionen Nutzer weltweit interessierten sich demnach vermehrt für Begriffe wie "Meditation" (plus 44 Prozent), "Dankbarkeit" und "Positivity" (ein Plus von 60 beziehungsweise 42 Prozent). Alles Kategorien, die man auch in den kommenden Wochen gut wird brauchen können.

© SZ vom 14.08.2020
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