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Kurz gesichtet:Neue Schlichtheit

Eine Schweizer Kaffeemaschine, die nur aus drei Materialien zusammengebaut ist, ein Hotel, das alles lästige Ein- und Auspacken überflüssig macht, und hübsche bayerische Seifen aus Wacholder und Mandarine: Die Neuigkeiten der Woche.

(Foto: Hersteller)

Großer Vollautomat oder klassischer Siebträger, Handhebel oder Mokkakanne - es gibt viele Möglichkeiten, Espresso zu machen, aber jede Methode hat auch ihre Nachteile. Weil der Schweizer Moritz Güttinger dergestalt nicht mit dem Angebot zufrieden war, konstruierte er vor einigen Jahren selbst eine Espressomaschine. Sie sollte stabil und wartungsarm sein und sich vor allem auf das Wesentliche konzentrieren - schnell guten Kaffee zu liefern. Außerdem sollte sie wenig Platz brauchen, im Schlaf zu bedienen und schön anzusehen sein. Am Ende dieses Forderungskataloges stand die Zuriga - eine absolut schnörkelfreie Siebträgermaschine, in der nur drei Materialien verbaut sind: Edelstahl, Glas (für den Wasserbehälter) und Holz (für den Griff des Siebträgers). Kaffeemachen für Puristen, die schon alles andere probiert haben! Zwei Schalter und zwei Minuten Aufheizzeit genügen, dann fließt der Espresso - mit neun Bar Druck und 93 Grad Temperatur. Die Maschinen werden heute in Handarbeit in Zürich von einem jungen Team gebaut und zwar laut Eigenwerbung so stabil, dass sie auch noch an die nächste Generation vererbt werden können - zumal alle Bauteile problemlos ersetzbar sind, falls nötig. So viel Schweizer Hingabe hat ihren Preis, umgerechnet etwa 1350 Euro kostet das Gerät. Mehr unter zuriga.coffee

Die W Hotels haben mit ihrem verspielten Luxuslifestyle eine recht anhängliche Stammkundschaft gewinnen können. Für ihre Kundinnen probiert die Kette in den USA jetzt ein ganz neues Angebot aus: Closet Concierge. Bei der Zimmerbuchung können die Gäste vier Kleidungsstücke wählen, die sie für ihren Aufenthalt mieten wollen. Die Sachen warten bei Ankunft frischgewaschen im Hotelzimmer, bei der Abreise werden die Klamotten wieder abgegeben. Klingt komisch? Ist aber eigentlich ganz verlockend - weniger einzupacken, weniger Ärger mit verknitterter Reisekleidung und natürlich der Reiz, ein paar Tage in eine neue Garderobe zu schlüpfen oder mal was Besonderes auszuprobieren. Für dieses Experiment kooperieren die W Hotels mit dem Unternehmen "Rent the Runway" das als Pionier für den Verleih von Damen-Designerkleidung gilt.

(Foto: Hersteller)

Alle reden gerade über die 1920er-Jahre - dazu passt auch ein neuer Hipster-Likör aus Berlin mit dem Namen Mumpitz und frivolem Package Design in Anlehnung an besagte Epoche. In den Flaschen sind verschiedene Smoothies (vegan!), die mit Alkohol versetzt wurden und damit eine recht fruchtfröhliche Angelegenheit ergeben. Ältere Semester erinnern sich - in den 90er-Jahren begannen Partys gerne mit Limes, eine ähnlich verhängnisvolle Mischung aus Fruchtmark und Alkohol. In der Neuauflage von der Spree sind die Geschmacksrichtungen allerdings sehr viel ausgefeilter: Rhabarber & Kardamom oder Pfefferminz & Salbei sind etwa im Angebot. Benannt sind die Flaschen nach schillernden Influencern der 20er-Jahre wie Ruth Landshoff-Yorck oder Anita Berber. Mehr unter: mumpitz.berlin

Das Dilemma ist bekannt: Das Badezimmerlieblingsprodukt wird nach vielen Jahren einfach vom Markt genommen, und eine Alternative zu finden ist gar nicht so einfach. So erging es auch der Münchnerin Astrid Pfannenstiel, also fing sie an, selbst Shampoos für sich und enge Freunde herzustellen. Die waren begeistert, also gründete sie die Firma Lovis München, damit auch andere Freude haben an ihrer Haarseife mit Wacholder und Mandarine, das handgefertigt wird. Inzwischen gibt es auch reine Naturseifen mit Olivenöl oder Zitronengras. Besonders hübsch: Die Verpackungen sind aus Heugras und zeigen Motive aus dem Blauen Land in Oberbayern (lovismuenchen.com).

(Foto: Hersteller)

Im Jahr 1976 brachte die US-Firma Banzai neuartige Skateboards auf den Markt, die schon bald Kultstatus erreichen sollten. Aus eloxiertem Aluminium gefertigt und mit Kicktails vorne und hinten, wurden sie zu wendigen und nahezu unzerstörbaren Begleitern beim kalifornischen "sidewalk surfing". Bis heute sind diese ersten Aluboards aus der Hippie-Ära beliebte Sammelobjekte. Gute vier Jahrzehnte später gibt es diesen Sommer aber sogar ein offizielles Comeback des Alubretts: In fünf Farben und zwei Längen nimmt Banzai die Skateboards wieder ins Sortiment auf - in einer jeweils auf 50 Stück limitierten Edition.

© SZ vom 15.02.2020