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Kurz gesichtet:Chanel für den Mann 

Sänger Pharrell Williams bringt eine Kollektion für das Modehaus auf den Markt, und im Rage Gym in Stockholm darf man so richtig ausflippen.

(Foto: Hersteller)

Batikstoff war mal etwas für VHS-Kurse, aber das ist lange her. Tie dye ist zurück in der Mode, und diesen Sommer sollen sich auch die Männer an die psychedelischen Muster wagen, die einst den Hippies so gefielen. T-Shirts, Sakkos, Ledertaschen: So gut wie alle Marken von Boglioli bis Louis Vuitton haben den Batiklook in ihre Kollektionen aufgenommen. Die Ursprünge der Technik, bei der man durch Abbinden des Textils die charakteristischen Farbschattierungen erhält, reichen viel länger zurück als in die Ära der Blumenkinder. Frühe Beispiele sind aus präkolumbianischer Zeit bekannt, in Westafrika und Japan ist das Verfahren seit Jahrhunderten verbreitet. Das amerikanische Label Eckhaus Latta bietet nun ein Kapuzenshirt in dezent gesprenkelten Braun- und Auberginetönen an. Sozusagen als Einstieg in die Welt der Regenbogenfarben (Hoodie für 299 Euro, etwa über matchesfashion.com).

Über die Berlin Fashion Week wird gern gemeckert: zu provinziell, keine guten Defilees, statt Mode würde hier höchstens Prosecco geordert. Jetzt verliert sie auch noch einen ihrer wichtigsten Programmpunkte. Diese Woche verkündete der Berliner Salon sein endgültiges Aus. Die Gruppenausstellung deutscher Designer war 2015 von der Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp und dem Eventveranstalter Marcus Kurz ins Leben gerufen worden. "Representing German Design" lautete das Motto, neben Kleidung wurde in exklusiven Locations wie dem Kronprinzenpalais auch Porzellan von Meissen ausgestellt. Wer sich den Laufsteg nicht leisten konnte oder wollte, sollte hier den perfekten Rahmen finden. Nur wirtschaftlich trägt sich offensichtlich auch dieses Format nicht. Zum Verkaufen ihrer Kollektionen müssen Designer am Ende doch nach Paris, Mailand oder Düsseldorf. Warum Berlin dann überhaupt noch eine Fashion Week organisiert? Und sich nicht lieber ganz auf Messen wie die für nachhaltige Mode spezialisiert? Das fragen sich Branchenleute seit Jahren. Die nächste findet jedenfalls vom 1. bis 6. Juli statt.

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(Foto: imago/Starface)

Kleider, Sneaker oder Taschen von Chanel lassen nicht nur Frauenherzen höher schlagen. Längst gibt es auch bekennende männliche Fans, etwa Schauspieler Lars Eidinger, Rapper Young Thug oder Sänger Pharrell Williams. Letzterer bringt nun seine erste Capsule-Kollektion für das Label auf den Markt: Kapuzenpullis, Sonnenbrillen, Fischerhüte und Turnschuhe mit Graffiti. Obwohl die Sachen gezielt für beide Geschlechter gedacht sind, ist es dennoch eine kleine Sensation: Noch nie gab es bei Chanel eine eigene Kollektion für Männer. Und so darf man jetzt immerhin mutmaßen, dass es schon bald dazu kommen wird. Fans, die eine klassische Tweed-Jacke tragen oder sich ein fanny pack, eine Gürteltasche, um den Bauch binden, gäbe es inzwischen mehr als genug.

Mal so richtig die Sau rauslassen - das verspricht der neue Sporttrend "Rage Fitness". Türen knallen, Tische umwerfen, Dinge an die Wand werfen: All das kann man im Rage Gym des Sportmodeherstellers Björn Borg in Stockholm. "Zwischendurch mal ausflippen macht einen stärker", so das Versprechen. Statt die Wut zu unterdrücken, darf sie hier also raus. Unter Aufsicht, versteht sich (bjornborg.com).

(Foto: PR)

Die 34-jährige New Yorkerin Vanessa Traina ist ein It-Girl, also jemand, der irgendwie ein bisschen bekannt, aber nicht für irgendetwas berühmt ist. Ganz anders ihre Mutter, die Bestsellerautorin von Liebesromanen: Danielle Steel. Das richtige Näschen für Erfolgsrezepte scheint Traina also von ihr geerbt zu haben. In ihrem Laden in Soho verkauft sie ein ganzes Sammelsurium an schönen Dingen: antike Möbel, Schmuck, Mode, Kosmetik. Gemeinsam mit dem Kosmetiklabel Rodin hat sie nun die Beautylinie "Rodin x Vanessa Traina" entworfen, die lediglich aus einem Lippenstift und einem getönten Öl für Lippen und Wangen in jeweils drei Farben besteht. Das "Lip and Cheek Oil" mit Pflegestoffe wie Distelöl, Jojobasamen und Ceramiden ist so praktisch, dass Beautyredakteure das 2-in-1-Produkt längst in der Tasche haben (35 Euro, etwa über niche-beauty.com).