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Kurz gesichtet:Aufblühen

Frühlingsfrisch: Vom dänischen Kultkoch Mikkel Karstad gibt es ein neues Gemüse-Kochbuch. Und südfranzösischer Gin aus Grasse duftet nach Mimosen.

(Foto: Gustavo Sosa Pinilla)

Mode, frisch aus der Pampa: Klingt nur bedingt verlockend, ist in Bezug auf das Label Àcheval Pampa aber rein wörtlich gemeint. Die Argentinierin Sofia Achaval De Montaigu und ihre Geschäftspartnerin Lucila Sperber wollen mit ihrem Label dem klassischen Gaucho-Stil huldigen. Reiterhosen, Rüschenblusen, bestickte Jacken: Alles, was die Viehtreiber halt so tragen in der Pampa, dem Gebiet, das sich von Argentinien über Uruguay bis in den Süden Brasiliens erstreckt - nur in modernen, femininen Versionen. Die Mischung ist durchaus erfolgreich, die Kollektion wird auch in Luxusboutiquen wie 24 Sèvres und demnächst bei Matchesfashion verkauft. Gerade haben sie außerdem eine prominente Gastdesignerin eingefangen: Elisabeth von Thurn und Taxis stellte eine Capsule Collection vor, darunter eine rote Saddle-Bag und üppig bestickte Bolerojacken. Schließlich reitet die deutsche Prinzessin nicht nur gern, sie hat auch ein Faible für Mode wie ihre Mutter Gloria.

In der Frauenmode sind Strümpfe mal wieder ein Riesenthema - vor allem die wadenlange Variante, in die Miuccia Prada ihre Models bei den Schauen für dieses Frühjahr steckte. Der gute alte Nylonkniestrumpf ist also zurück, neulich wurden die stilbildenden Hadid-Schwestern in schimmernden Exemplaren für 150 Euro gesichtet. Bei Männern hat sich die semitransparente Beinpelle aller Gender-Gleichheit zum Trotz noch nicht durchgesetzt. Hier regiert als Abwechslung zum schwarzblauen Einerlei weiterhin der spaßige Muster-Strumpf. Die schwedische Firma Happy Socks hat sich mit der Band "The Rolling Stones " zusammengetan. Es geht um das berühmte Zungen-Motiv. Die bunte Lips & Tongue-Sockenkollektion kommt zum Tourauftakt der britischen Band auf den Markt.

(Foto: Carl Kleiner)

Grasse im Hinterland der Côte d'Azur ist eine uralte Stadt der Parfümeure. Aber die Geschäfte florieren nicht mehr wie einst, inzwischen müssen sich die Blumenanbauer und Destillerien auf anderen Gebieten ausprobieren. Jetzt versucht sich der Hersteller Comte de Grasse mit dem neuen Gin 44°N an Hochprozentigem zum Trinken. Der Wacholderschnaps duftet in der südfranzösischen Variante nach Mimosen und Provence-Rosen. Die Spirituose wird in meerblaue Flaschen abgefüllt, die Parfumflakons ähneln, und mit dem Slogan beworben "Gin imagined and distilled in Grasse" (shopcomtedegrasse.com, 500ml kosten 75 Euro).

(Foto: Prestel)

Gemüse-Vorschlag für den März: Sellerie - nicht kleingewürfelt in Großmutters dicker Linsensuppe, sondern mit Kapern und einem Hauch Akazienhonig. Das ist Mikkel Karstads aktueller Kochtipp auf seinem Blog We You They Ate, und weil Karstadt Däne und außerdem Foodstylist ist, sieht das Gericht natürlich skandinavisch lässig aus auf den weißen Keramiktellern. Mehr Gemüseküche von dem bärtigen Koch, geschult in der Sternegastronomie und lange Berater des legendären Restaurants Noma, gibt es jetzt im Prestel Verlag. Der Band Immergrün versammelt vegetarische Rezepte wie den dekorativen Rote-Bete-Salat. Zum Nachkochen für jeden Tag: Schließlich hat Karstad zuletzt eine Erneuerung des Kantinenessens in seiner Heimat angestoßen, und das kann nur mit alltagstauglichen Zubereitungen gelingen (36 Euro, randomhouse.de).

Manchmal versucht Kosmetik Probleme zu lösen, die man ohne sie gar nicht hätte. Die Anti Blue Light-Drops der deutschen Firma "Superfood 4 Your Skin" sollen vor Hautschäden schützen, die das blaue Licht des Smartphone-Bildschirms verursacht. Den anfangs als esoterisch verspotteten Verdacht, dass das Leuchten von Handys, Tablets und Fernsehern unseren Schlaf stört, gibt es schon lange. Dass es auch schlecht für die Haut sein soll, lernt man erst beim Ausprobieren der probiotischen und veganen Drops (30ml kosten 39,99 Euro). Selbstverständlich sind keine schlecht beleumundeten Ingredienzien wie Silikone, Paraffine oder Farbstoffe enthalten. Ein Kakao-Extrakt (das namensgebende "Superfood") und ein veganes Probiotikum, soll laut Hersteller der Haut helfen, "sich selbst zu heilen, indem es die guten Bakterien fördert und die schlechten verdrängt". Nach Bedarf werden die Tropfen in die Tagespflege gemixt. Klingt esoterisch? Nicht unbedingt. Die Haut der Redakteurin fühlt sich nach dem Test jedenfalls deutlich besser an. Wie so oft bei Kosmetiklösungen bleibt allerdings unklar, warum.