Vierte Liga:Ermittlung läuft

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Staatsanwaltschaften in Chemnitz und in Neuruppin beschäftigen sich mit Korruptionsverdachten in der Regionalliga Nordost. Neben einem Sportvermarkter aus China ist auch der Vater eines Nationalspielers in den Fokus geraten.

Die angeblichen Manipulationsversuche in der Fußball-Regionalliga Nordost werden die zuständigen Gerichte und Verbände noch länger beschäftigen. Welche Rolle genau ein Sportvermarkter aus China spielt, bleibt vorerst unklar. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz bestätigte am Montag lediglich, dass sie vom Chemnitzer FC im Nachhinein über dessen Gespräche mit der Agentur informiert worden ist. Über die Inhalte der Gespräche zwischen dem CFC und dem Sportvermarkter sowie daraus möglicherweise entstehende Vorwürfe machte die Chemnitzer Staatsanwaltschaft keine Angaben. "Das Ermittlungsverfahren wurde an die Staatsanwaltschaft Neuruppin abgegeben, da diese Staatsanwaltschaft bereits wegen des Manipulationsverdachts beim Spiel Babelsberg gegen Halberstadt ermittelt und auch eine Schwerpunktzuständigkeit bei Korruptionsanzeigen vorliegt", sagte Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart.

Der Chemnitzer FC habe die Gespräche mit dem Sportvermarkter sofort abgebrochen und zusätzlich den Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) in Kenntnis gesetzt, erklärte die Chemnitzer Staatsanwaltschaft. Die Behörde in Neuruppin bestätigte am Montag der Deutschen Presse-Agentur, dass sie ein Verfahren wegen des Verdachts auf Manipulation berufssportlicher Wettbewerbe führt. Oberstaatsanwalt Frank Winter machte keine Angaben, gegen wen sich der Verdacht konkret richtet.

Seit knapp drei Monaten bereits steht die Partie zwischen dem SV Babelsberg und Germania Halberstadt unter dem Verdacht einer unerlaubten Einflussnahme. Babelsberg hatte das Spiel am 19. November zum Rückrundenauftakt in der Liga 3:1 gewonnen. Eine erste Verhandlung vor dem Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes fand schon statt. Dies wurde am Montag bekannt. "Vorermittlungen ergaben den hinreichenden Tatverdacht auf eine mögliche Einflussnahme auf das Spielergebnis", sagte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs. Daraufhin sei ein Sportgerichtsverfahren gegen den Sportlichen Leiter des Vereins, Andreas Petersen, eingeleitet worden. Die Auftaktverhandlung fand am 1. Februar statt.

Halberstadts Sportdirektor und ehemaliger Trainer Petersen, Vater des Nationalspielers Nils Petersen (SC Freiburg), hatte die Kontaktaufnahme zu zwei seiner ehemaligen Spieler, die jetzt in Babelsberg aktiv sind, damals eingeräumt. Die Vorwürfe eines versuchten Spielbetrugs hatte er als "Riesen-Blödsinn und an den Haaren herbeigezogen" bezeichnet. Petersen sprach stattdessen von einem "Jux".

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