VfB verliert 0:5 in Dresden Molltöne statt Heavy Metall

Wie gegen Fürth, nur anders: VfB-Trainer Hannes Wolg verarbeitet die Niederlage in Dresden.

(Foto: Matthias Kern/Getty)

Auch unter dem neuen Trainer Hannes Wolf setzt sich die Malaise beim VfB Stuttgart fort. "Wir haben einen grausamen Tag erwischt", sagt der Coach. Wenn's nur einer wäre...

Am Montag vor zwei Wochen hatten sich eigentlich alle Fragen erledigt. Muss sich der VfB Stuttgart um den Aufstieg sorgen? Kann der neue Trainer helfen? Und wie viel Zeit benötigt dieser neue Trainer für seinen Plan? Ein großes Rätsel war der Klub gewesen in den vergangenen Wochen, er hatte zum Beispiel ordnungsgemäß gegen St. Pauli gewonnen, aber er hatte halt auch gegen Heidenheim verloren. Dann kam der Montag vor zwei Wochen, das erste Heimspiel des neuen Trainers Hannes Wolf, und es endete mit einem derart spektakulären 4:0 gegen Greuther Fürth, dass jetzt ja alle Fragen beantwortet waren. Oder?

"Man muss aufpassen, dass man das Fürth-Spiel nicht als Blaupause nimmt" - diesen Satz hatte Wolf vor der Begegnung am Samstag in Dresden gesagt, und er hatte angefügt: "Das war ein Spiel, das sehr günstig für uns gelaufen ist." Nach Lage der Dinge ging das Spiel gegen Fürth dann aber schon als Blaupause durch, halt nur für den Gegner. Das Spiel gegen Dresden war eines, das, wie Wolf sagen würde, sehr ungünstig gelaufen ist für den VfB. Es war ein Spiel, das Dynamo Dresden mit 5:0 (3:0) gewann.

"Wir haben einen grausamen Tag erwischt. Das kann man nicht ändern, nur dafür sorgen, dass sich so etwas nicht wiederholt", sagte Wolf hinterher. Ein bisschen mehr als eine halbe Stunde hatte sein Team nicht viel schlechter gespielt als der Gegner, es hatte auch die erste richtige Chance. Carlos Mané, zweifacher Torschütze gegen Fürth, stand frei vor Dresdens Torhüter Marin Schwäbe, Kevin Großkreutz hatte ihn frei gespielt. Mané schoss allerdings nicht ins Tor, sondern am selben vorbei.

Nach dem 1:0 "haben wir uns komplett verloren", sagt Wolf

Und danach überlegte es sich das Spiel anders. Sechs Minuten reichten Dresden, um den VfB zu sezieren. Das kam so: Erst flankte Marvin Stefaniak von der linken Seite in den Strafraum, und Stefan Kutschke sprang derart hoch, dass er sich im Grunde der Wettbewerbsverzerrung schuldig machte. Er köpfelte, traf, jubelte - das 1:0 (38.). "Danach haben wir uns komplett verloren", sagte VfB-Trainer Wolf.

Das 2:0 folgte vier Minuten später, es fiel mit freundlicher Unterstützung aus Stuttgart. Torwart Mitchell Langerak passte einen Abstoß auf Matthias Zimmermann, der von Aias Aosman derart massiv bedrängt wurde, dass er den Ball nicht zu einem Mitspieler passte. Sondern zu Andreas Lambertz. Der rannte Richtung Tor, spielte Doppelpass mit Aiosman und traf. Zwei Minuten später feierte Akaki Gogia, Kutschke hatte vorbereitet. Sechs Minuten waren vergangen - und Dresden hatte drei Tore geschossen.

Er erwarte viele Zweikämpfe und ein hitziges Spiel, hatte Wolf vor dem Spiel gesagt: "Da geht es mehr in Richtung Heavy Metal." Dresden hielt es jedenfalls auch in der zweiten Halbzeit für eine gute Idee, dem VfB keine Chancen zu ermöglichen. Und sie führten einige hübsche Angriffe in ihrem Repertoire. Gogia erhöhte in der 74. Minute nach einem Doppelpass mit Pascal Testroet - der wiederum drei Minuten später selbst traf.

"So hätte ich mir den Tag nicht vorgestellt", sagte Lambertz hinterher, der nicht nur als Torschütze vor die Reporter trat, sondern auch als diensthabendes Geburtstagskind. "Uns liegen die spielstarken Mannschaften mehr, da kommt unser Passspiel zum Tragen", sagte er noch. Wie spielstark der VfB wirklich ist, kann er am Freitag zeigen, beim Heimspiel gegen 1860 München. Fünf Tage später steht das Pokalspiel bei Borussia Mönchengladbach an. Noch mehr Heavy Metal.