Tischtennis-Urteil:Boll warnt vor Eskalation

In der Debatte über das Russen-Urteil für die Tischtennis-Champions-League hat Rekordeuropameister Timo Boll vom abgesetzten Titelgewinner Borussia Düsseldorf vor einer gewalttätigen Eskalation gewarnt. "Wir müssten in Düsseldorf mit Tausenden von Demonstranten und Krawallen in der Halle rechnen", erklärte Boll zur Möglichkeit eines juristisch erzwungenen Endspiels gegen den russischen Gewinner des zweiten Halbfinales. Bolls Vorgesetzter Andreas Preuß befürchtet vor der Entscheidung des Sportgerichtes (BoA) des Europa-Verbandes ETTU über die Anfechtung der nachträglichen Wiederzulassung der russischen Topvereine Fakel Orenburg und UMMC Jekaterinburg einen Flurschaden für seinen Sport. Man dürfe jetzt "nicht gegen russische Klubs spielen".

Nach Ansicht der BoA-Richter dürfen russische Vereine anders als Nationalteams nicht als Vertreter ihres Landes behandelt werden. Deshalb hatte das Gremium die Ansetzung des zweiten Halbfinals und dann die Austragung des Endspiels zwischen dem Gewinner des russischen Duells und Düsseldorf verfügt. Die ETTU-Spitze aber beantragte kürzlich wegen neuer Informationen die Wiederaufnahme des Verfahrens. Düsseldorfs klare Haltung gegenüber Russland seit Kriegsbeginn ist für Preuß indes keine Frage von Gerichtsurteilen. Deshalb plant der Bundesliga-Aufsichtsratsvorsitzende für kommende Saison einen Königsklassenboykott für den Fall eines fortdauernden Krieges. Würden die russischen Teams nicht ausgeschlossen, "werden wir auf keinen Fall in der Champions League spielen"

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