Sport-Topverdiener Beckham holt auf

Der "Spice Boy" ist der Aufsteiger unter den Großverdienern im Weltsport. Gegen die beiden Reichsten der Branche ist er aber nur ein kleines Licht.

Mit rund 100 Millionen Dollar ist Ausnahmegolfer Tiger Woods auch 2003 unerreicht und ließ damit erneut den deutschen Krösus Michael Schumacher hinter sich, der das Konto im Jahr seines historischen sechsten WM-Titelgewinns um cirka 62 Millionen anwachsen ließ. Als neue Nummer 3 im Ranking brachte es Glamour-Kicker Beckham nach seinem Wechsel zu Real Madrid auf 35,2 Millionen, damit ist er gleichzeitig einer der 500 reichsten Briten.

Tiger Woods wird wohl auch im Rennen um den ersten Dollar-Milliardär vorne liegen. Ende 2005 dürfte der dann 29-jährige US-Amerikaner als erster Sportler überhaupt eine zehnstellige Summe verdient haben, bei Schumacher wird damit erst mit Ablauf seines Ferrari-Vertrages ein Jahr später gerechnet.

Als beste Frau wird Serena Williams auf Platz 8 notiert, Tendenz steigend. Die 22 Jahre alte Tennisspielerin, die aus Verletzungsgründen seit ihrem Triumph in London nicht mehr gespielt hat, nahm in diesem Jahr rund 22,5 Millionen Dollar ein. Diese Summe wird nach ihrem im Dezember unterschriebenen Rekordvertrag mit Nike aber künftig wachsen.

Vor Serena Williams platzierten sich noch jeweils zwei Protagonisten aus dem Boxen und dem Basketball. Aber nicht Lennox Lewis, der Schwergewichts-Weltmeister aus England, sondern "Golden Boy" Oscar de la Hoya (32) und Roy Jones jr. (26) machten die meiste Kasse. Nachteilig wirkte sich für Lewis aus, in diesem Jahr nur gegen Witali Klitschko in den Ring gestiegen zu sein. Der WBC-Champ kassierte für seinen umstrittenen Abbruchsieg nach sechs Runden im Juni nur noch 17 Millionen Dollar nach einem Jahresverdienst von 43 Millionen in 2002.

Auf die gleiche Summe wie der 38-jährige Lewis kam der kometenhaft in die Basketball-Profiliga NBA gestürmte LeBron James. Das 18 Jahre alte Supertalent erhält zwar nur das maximale Rookie-Gehalt von 3 Millionen Dollar, an Werbeeinnahmen kam aber schon vor der ersten Ballberührung in der NBA der stattliche Rest hinzu.

Gleich drei weitere NBA-Kollegen von James sind in den Top 10 vertreten. Das meiste Geld kassierte Kevin Garnett von den Minnesota Timberwolves (25,2) auf Platz sechs, gefolgt vom Shaquille O'Neal von Titelfavorit Los Angeles Lakers (23,6). Michael Jordan brachte es im Jahr seines Rücktritts noch auf rund 21,5 Millionen Dollar. Da nehmen sich die 12 Millionen des Würzburgers Dirk Nowitzki in Diensten der Dallas Mavericks beinahe bescheiden aus.

Auf nationaler Ebene ist "Big D" damit aber die Nummer 3 hinter "Schumi I" und "Schumi II", noch vor den ersten Fußballern. Das Bayern-Duo Oliver Kahn und Michael Ballack wird auf jeweils rund 9,4 Millionen Dollar taxiert und führt damit das Bundesliga-Ranking an. Ralf Schumacher verdiente 2003 rund 20,9 Millionen Dollar und verpasste die Top 10 des Weltsports als 11. nur knapp. Immerhin steht der Kerpener damit vor dem bestbezahlten US-Footballer Michael Strahan vom Kult-Klub New York Giants (20,6).

Weit zurück liegt dagegen der Topverdiener im Eishockey. Olympiasieger Jaromir Jagr von Olaf Kölzigs Klub Washington Capitals verdiente bescheiden anmutende 11,5 Millionen, Keeper Kölzig wie Formel-1-Pilot Nick Heidfeld noch 6 Millionen Dollar. Wie Kölzigs deutsche NHL-Kollegen Marco Sturm (San Jose/1,3) und Jochen Hecht (Buffalo/1,1) landeten "Boxer des Jahres" Sven Ottke mit rund 4 Millionen und der Tour-Zweite Jan Ullrich mit cirka 3,5 Millionen Dollar (wie der kommende DTM-Fahrer Heinz-Harald Frentzen) abgeschlagen im Feld.

Die Top-20-Rangliste der Großverdiener im Sport weltweit (Summen sind in Dollar geschätzt, Umrechnungskurs Euro zu Dollar im Jahresschnitt 1:1,1):

1. Tiger Woods (USA/Golf) 100 Millionen 2. Michael Schumacher (Kerpen/Formel 1) 62 3. David Beckham (England/Fußball) 35,2 4. Oscar de la Hoya (USA/Boxen) 32 5. Roy Jones jr. (USA/Boxen) 26 6. Kevin Garnett (USA/Basketball) 25,2 7. Shaquille O'Neal (USA/Basketball) 23,6 8. Serena Williams (USA/Tennis) 22,5 9. Alex Rodriguez (USA/Baseball) 22 10. Michael Jordan (USA/Basketball) 21,5

11. Ralf Schumacher (Kerpen/Formel 1) 20,9 12. Michael Strahan (USA/Football) 20,6 13. Juwan Howard (USA/Basketball) 20,1 14. Manny Ramirez (Dom. Republik/Baseball) 20 15. Scottie Pippen (USA/Basketball) 19,7 16. Carlos Delgado (Puerto Rico/Baseball) 18,7 17. Venus Williams (USA/Tennis) 18,1 18. Mo Vaughn (USA/Baseball) 17,2 19. Lennox Lewis (England/Boxen) 17 LeBron James (USA/Basketball) 17

weitere ausgewählte Sportler ohne Platzierungen:

Jacques Villeneuve (Kanada/Formel 1) 16,8 Zinedine Zidane (Frankreich/Fußball) 15,4 Ronaldo (Brasilien/Fußball) 13 Dirk Nowitzki (Würzburg/Basketball) 12 Jaromir Jagr (Tschechien/Eishockey) 11,5 Oliver Kahn (München/Fußball) 9,4 Michael Ballack (München/Fußball) 9,4 Olaf Kölzig (Washington/Eishockey) 6 Nick Heidfeld (Mönchengladbach/Formel 1) 6 Sven Ottke (Karlsruhe/Boxen) 4 Jan Ullrich (Rostock/Radsport) 3,5 Heinz-Harald Frentzen (M'gladbach/Formel 1) 3,5