Reform im Leistungssport "Hinterhältig"

Sportbund-Präsident Alfons Hörmann.

(Foto: Peter Steffen/dpa)

Zerreißprobe wegen der neuen Spitzensportförderung: Dachverband-Präsident Hörmann fühlt sich von den Landesfürsten hintergangen.

Ein Streit auf höchster Ebene stellt den deutschen Spitzensport fünf Wochen vor Olympia vor eine Zerreißprobe. Die FAZ dokumentiert anhand von Mail-Auszügen ein Zerwürfnis zwischen DOSB-Präsident Alfons Hörmann und Siegfried Kaidel, Sprecher der Spitzenverbände. Hörmann habe dabei die Vertrauensfrage gestellt. Der Streit sei nach einem Versuch Kaidels entbrannt, ein Treffen zwischen Funktionären und Innenministerium ohne DOSB-Spitze abzuhalten - formaler Anlass soll aber nicht die Reform, sondern die Finanzierung der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) gewesen sein. Laut FAZ hatte Hörmann darauf bei Innenminister Thomas de Maizière interveniert, der eine Teilnahme seines Abteilungsleiters an dem Treffen untersagte. In einer Rundmail habe Hörmann infrage gestellt, ob der Sport in der Lage sei, seine Führungsrolle "verantwortungsbewusst umzusetzen". Ruderchef Kaidel warf er "Verhinderungsstrategien" bezüglich der Reform vor und sprach von "hinterhältigen Spielchen". Kaidel wies dies zurück und erklärte, "ich unterliege nicht der Inquisition".