Punkteteilung in Hamburg Schon wieder der Hinterseer

Spielverderber: Ingolstadts Lukas Hinterseer, hier im Zweikampf mit Cléber Reis, hat gegen den HSV den Ausgleich erzielt.

(Foto: Oliver Hardt/Getty)

Der FC Ingolstadt hatte schon in der Vorsaison in Hamburg erfolgreich "eklig" gespielt. Der Auftakt in diese Saison dürfte manchem HSV-Fußballer wie ein Déjà-Vu vorgekommen sein - ein unansehliches.

Der Hamburger Lewis Holtby und seine Teamkollegen haben in der letzten Saison so ihre Erfahrungen gemacht mit dem FC Ingolstadt. 1:1 spielten sie damals vor eigenem Publikum, Holtby war außer sich nach der Vorstellung der Oberbayern: "Wir haben kein gutes Spiel gemacht, uns den Schneid abkaufen lassen. Die aber sind nur auf Labern, Rumblöken und Hinfallen aus. Das ist ein ekelhafter Gegner." HSV-Trainer Bruno Labbadia sprach im Februar davon, es sei "das erwartete Schweinespiel" geworden. "Bundesliga ist halt kein Honigschlecken", entgegnete der FCI-Torschütze Hinterseer frech.

Nun, am Samstagnachmittag, sollten die Ingolstädter mit ihrem neuen Trainer Markus Kauczinski zum Saisonauftakt wieder in Hamburg gastieren, wieder pfiff die Partie Marco Fritz aus Korb. Aber der hatte natürlich nichts damit zu tun, dass sich wieder ein eher unansehnliches Spiel entwickelte, das am Ende erneut 1:1 ausging. Über den Ausgleich jubelte erneut Torschütze Hinterseer. Mit dem Unterschied, dass er nun einen der kuriosesten Treffer überhaupt erzielte: Etwa zehn Minuten vor dem Abpfiff wollte Hamburgs Innenverteidiger Cléber den Ball aus dem Strafraum klären und passte ihn direkt Hinterseer in den Fuß, der sein erstes Saisontor so gar nicht mehr verhindern konnte.

Labaddia sucht die Fehler dieses Mal vor allem beim eigenen Team

So kritisch wie vor ein paar Monaten gingen die Hamburger dieses Mal aber nicht mit der Spielweise der Ingolstädter um. Bruno Labbadia suchte die Fehler nun vor allem beim eigenen Team: "Wir haben als Mannschaft heute nicht ganz so gut funktioniert, wie wir es schon gezeigt haben", sagte er. Dabei war auch an diesem Bundesliga-Nachmittag sein Team das bessere.

Und für den HSV hatte der Saisonstart ja auch vielversprechend begonnen. Debütant Bobby Wood, Zugang von Union Berlin, erzielte nach einer halben Stunde die Führung nach einer Vorlage von Torhüter René Adler. So kampfeslustig und stabil wie Sturm-Vorgänger Ivica Olic setzte sich der körperlich robuste, aber wuselige Wood nach dem weiten Ball gegen Ingolstadts Abwehrchef Marvin Matip durch und traf ins kurze Eck. "Klar freue ich mich über das Tor. Über einen Sieg mit der Mannschaft hätte ich mich aber wohl mehr gefreut", sagte Wood.

Im Anschluss an die Führung spielte der HSV so stark, dass man schon glaubte, dass er sich in diesem Jahr vielleicht sogar gar keine Sorgen um den Abstieg machen muss. Auf dem linken Flügel wirbelte der schnelle 14-Millionen-Zugang Filip Kostic. Der frühere Stuttgarter schlug zahlreiche Flanken in den Strafraum, ließ es dabei aber dann doch zu häufig an Genauigkeit fehlen. Außerdem schafften es die Ingolstädter erneut, dass sie die Hamburger mit ihrem dichten Abwehrblock zunehmend entnervten.

Und so passierte Cléber tief in der zweiten Halbzeit dieses Missgeschick, das plötzlich wieder Hinterseer jubeln ließ. Nur freute sich in Markus Kauczinski diesmal ein neuer Ingolstädter Trainer über den Punktgewinn - und über die Erkenntnis, dass "es meine Jungs können", wie er später sagte.