Nachruf:"Väterlicher Freund"

Werner von Moltke

Adelige Abstammung: Werner von Moltke ging aus dem dänischen Zweig des Adelsgeschlechts Moltke hervor, machte daraus aber nie eine große Sache.

(Foto: Arne Dedert/dpa)

Volleyballer und Leichtathleten trauern gleichermaßen um den im Alter von 83 Jahren verstorbenen Werner von Moltke. Als Aktiver war er im Zehnkampf erfolgreich, als Funktionär holte er zahlreiche Volleyball-Events nach Deutschland.

Von dpa

Der ehemalige Zehnkampf-Europameister und Volleyball-Verbandschef Werner Graf von Moltke ist tot; er starb in der Nacht zum Dienstag im Alter von 83 Jahren in seinem Heimartort Nieder-Olm in Rheinland-Pfalz. "Werner von Moltke war eine der prägendsten Figuren, die es im Volleyball jemals gegeben hat. Er hat unglaublich viel für die Sportart Volleyball getan und war - obwohl er aus der Leichtathletik kam - positiv volleyballverrückt", würdigte DVV-Präsident René Hecht. Moltke hatte den Deutschen Volleyball-Verband (DVV) von 1997 bis 2012 geführt und in dieser Zeit erstmals eine Frauen-WM (2002) sowie eine Beach-WM (2005) nach Deutschland geholt. Dazu kamen EM-Endrunden und Olympia-Qualifikationsturniere.

Im deutschen Sport hatte sich Werner von Moltke zunächst als Zehnkämpfer einen Namen gemacht. Der in Mühlhausen/Thüringen geborene Athlet wurde 1966 in Budapest Europameister im Zehnkampf; 1962 war er EM-Zweiter. Zudem gewann er drei deutsche Titel. Die Olympischen Spiele 1960 und 1964 verpasste er jeweils, 1968 in Mexiko-Stadt schied er verletzt aus. "Werner von Moltke war ein großartiger Zehnkämpfer. Die Nachricht von seinem Tod erfüllt alle Freunde der Leichtathletik in Deutschland mit großer Trauer", erklärte Jürgen Kessing, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere für den TSV Ellwangen, die Stuttgarter Kickers und den USC Mainz blieb Moltke seinem Sport treu und amtierte von 1989 bis 1997 als Vizepräsident des DLV. Erst danach übernahm er den DVV. "Für mich war er kein Präsident, sondern ein väterlicher Freund", sagte Julius Brink zum Abschied Moltkes als Verbandschef 2012, nachdem er mit seinem Partner Jonas Reckermann in London Olympia-Gold im Beachvolleyball gewonnen hatte.

© SZ vom 31.07.2019
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