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Nachruf:Sportrechtler Martens gestorben

Der Münchner Sportrechtler Dirk-Reiner Martens ist im Alter von 77 Jahren überraschend verstorben. Martens war in den vergangenen Jahrzehnten einer der führenden Vertreter des deutschen und internationalen Sportrechts. Zu seinen spektakulärsten Fällen gehörten die Schadensersatzprozesse, die von der Leichtathletik-Sprinterin Katrin Krabbe und der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein wegen ihrer Sperren angestrengt worden waren; Martens vertrat dabei jeweils den Weltverband. Er stand seit Mitte der Achtzigerjahre auf der Schiedsrichterliste des Internationalen Sportgerichtshofes (Cas) und war an fast 200 Verfahren beteiligt, zudem auch Ad-hoc-Richter bei Olympischen Spielen. 2007 entwickelte er für den Basketball-Weltverband ein spezielles Schiedsgericht. Dem Basketball war Martens ohnehin eng verbunden, seitdem er den Sport selbst betrieben hatte - unter anderem als Kapitän des Junioren-Nationalteams 1960 und in der Bundesliga für den USC München. Bis zuletzt spielte er noch regelmäßig Basketball. In dieser Woche sollte Martens eigentlich an einem Cas-Verfahren in Lausanne teilnehmen, er verstarb aber in der Nacht davor.