Moderner Fünfkampf:Letzter Ritt

Lesezeit: 1 min

Peking 2008 - Moderner Fünfkampf - Lena Schöneborn

Ihr größter Moment als Fünfkämpferin: Lena Schöneborn feiert 2008 in Peking Olympia-Gold.

(Foto: Marcus Brandt/dpa)

Lena Schöneborn wurde im Alter von 22 Jahren Olympiasiegerin im Modernen Fünfkampf. Nun beendet sie ihre Karriere.

Von Volker Kreisl

Das letzte Bild zeugte doch noch von einem gelungenen Abschluss dieser Karriere. Lena Schöneborn, die Moderne Fünfkämpferin, stand bei der Weltmeisterschaft in Kairo im vergangenen August auf dem höchsten Podestplatz, sie beugte sich vor und ließ sich eine Goldmedaille umhängen. Platz eins hatte sie im Team belegt, zusammen mit Annika Schleu, es war ihre sechste WM-Goldmedaille. Nun, acht Monate später, hat Schöneborn ihre Karriere beendet.

Mehr als zehn Jahre war sie an der Weltspitze gestanden, der Pentathlon-Sport mit seinen vielen Aspekten, seinem übermäßigen Trainingsaufwand und seinen vielfältigen technischen Anforderungen hat ihr Leben lange genug geprägt. Nun sagt sie, sei es "Zeit für einen neuen Lebensabschnitt". Schöneborn klingt dabei zufrieden, mit dem Gold von Kairo hat sie offenbar die Enttäuschungen, die dieser Sport bereithalten kann, überwunden. Sie verabschiedet sich im Reinen.

Nachdem sie noch im Teenager-Alter deutsche Meisterin wurde, nahm Schöneborns Karriere Fahrt auf, wie es rasanter nicht geht: 22 war sie, als sie 2008 Olympiasiegerin in Peking wurde, und über Nacht diesen Nischensport bekannt machte. In den folgenden Jahren wuchs Schöneborn in ihre Rolle hinein. Als Titelsammlerin (19 WM-Medaillen holte sie), als Werbefigur für ihre Sponsoren, auch für ihren Verband - und als diejenige, die den Leuten erklärte, worin die Herausforderung besteht, nacheinander zu schwimmen, zu fechten, zu reiten, zu schießen und zu laufen (seit 2009 wird wie im Biathlon in einer Disziplin gelaufen und geschossen).

Eine ganz große Herausforderung besteht insbesondere in der Disziplin Springreiten, jene Prüfung, die Schöneborn die Fortsetzung ihrer olympischen Medaillenjagd verdarb. In London verfehlte sie einen Podestplatz, weil sie sich mit dem zugelosten Pferd nicht verstand, in Rio de Janeiro vergoss sie 2016 bittere Tränen, weil ihr Pferd mehrmals kurz vor demselben Hindernis verweigerte. So wollte sie nicht aufhören, 2017 bestätigte sie mit ihrem letzten Ritt in Kairo noch einmal ihr Können. In jedem Fall wäre Schöneborn das Gesicht dieses Sports geblieben, "und ein Vorbild weit über den Modernen Fünfkampf hinaus", wie der deutsche Verbandschef Michael Scharf sagte.

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