Kommende Winterspiele:Nächster Anlauf

Lesezeit: 1 min

IOC-Präsident Thomas Bach hat die Diskussion über eine deutsche Olympia-Bewerbung befeuert. Andere deutsche politische und sportpolitische Vertreter zeigen sich daraufhin offen für eine Kandidatur. Ein Sportmanager kündigt bereits ein Sportstättenkonzept an.

IOC-Präsident Thomas Bach hat die Diskussion über eine deutsche Olympia-Bewerbung befeuert. "Ich würde auch eine deutsche Bewerbung sehr begrüßen", sagte Thomas Bach, Chef des Internationalen Olympischen Komitees, der Sport-Bild. Darüber müsse der Deutsche Olympische Sportbund entscheiden. "Dann ist die Bundesregierung gefragt. Wenn ein Pflänzlein wächst, hoffe ich, dass sie sich eindeutiger bekennt als sie es zuletzt bei Hamburg getan hat." In Deutschland waren die Bewerbungen für die Sommerspiele 2024 in Hamburg und Winterspiele 2022 in München an Referenden gescheitert.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller zeigte sich offen für eine neue Olympia-Kandidatur der deutschen Hauptstadt. "Paralympische und Olympische Spiele gehören zu den herausragenden und mitreißendsten Sportereignissen weltweit", sagte der SPD-Politiker. "Die internationale Sportmetropole Berlin mit ihren ausgezeichneten Wettkampfstätten ist ein exzellent geeigneter Kandidat für die Austragung der Spiele." Berlin verlor 2015 im innerdeutschen Wettstreit um eine Kandidatur für die Spiele 2024 gegen Hamburg. Dass Deutschland so schnell wie möglich einen neuen Anlauf nehmen wird, gilt derzeit als unwahrscheinlich. So hatte der scheidende Bundesinnenminister Thomas de Maizière in der vergangenen Woche erklärt, den Zeitpunkt einer deutschen Olympia-Bewerbung "in der Tat für zu früh" zu halten. Zuvor hatte sich Altkanzler Gerhard Schröder für Berlin stark gemacht.

Nach den gescheiterten Versuchen, Olympische Spiele nach 1972 wieder ins Land zu holen, haben der DOSB und die Politik ein anderes Vorgehen vereinbart. So ist im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD das Vorhaben enthalten, eine nationale Strategie für Sportgroßveranstalten zu entwickeln. Eine Abkehr von dem bisherigen deutschen Bewerbungsverfahren und der Kür einer Kandidatenstadt wünscht sich auch Müller. "Sollte es den Willen geben, die Spiele nach Deutschland zu holen, bedarf es einer nationalen Bewerbung, hinter der sich Sport und Politik in Bund und Land geeint versammeln", sagte er. "Ein neuerliches Schaulaufen um den nationalen Bewerber darf sich nicht wiederholen." Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es Interesse an Sommerspielen. Der Kölner Sportmanager Michael Mronz, Begründer der Initiative "Rhein Ruhr City 2032", kündigte für April ein Planungspapier für ein Sportstättenkonzept an.

Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB